Leseprobe "Reich mir den Apfel, Eva!"


 

 

 

 

 

Reich mir den Apfel, Eva!

 

 

Der Sündenfall war ein Glücksfall

 

 

Julianne Becker

 

 

 

 

 

Vorwort

 

In diesem Buch erzähle ich über die Rolle der Drachen und Schlangen in unserer Geschichte, dabei bin ich weder Historikerin noch in irgendeiner anderen Form qualifiziert, darüber zu schreiben. Ich kam ganz anders dazu: Seit mehr als einem Dutzend Jahren filze ich Schlangen und Drachen, und so verrückt das auch klingen mag, sie haben von Anfang an mit mir geredet! Sie schickten mich auf eine kreative innere und äußere Reise, die mich einerseits in unsere menschliche Psyche und andererseits in unsere prähistorische Geschichte eintauchen ließ und mich mit der Rolle vertraut machte, die sie darin spielten. Meine innere Reise inspirierte mich zu dem Buch „Mein Drache frisst gern Pizza“.

 

In diesem Buch geht es um die äußere Reise. Es befasst sich als zentrales Thema damit, warum die ersten Menschen aus dem Paradies vertrieben wurden und was Drachen damit zu tun hatten. In den Gesprächen mit meinen Drachen erzählten sie mir nicht nur ihre Geschichte, sie behaupteten auch Dinge, die ich noch in keinem Sachbuch gefunden hatte und die so unerhört schienen, dass ich selbst Jahre gebraucht habe um sie zu verdauen. Natürlich konnte ich unsere Gespräche anfangs nicht ernst nehmen, das war doch auch zu verrückt, dass ich mit meinen eigenen Filztieren redete! Es belustigte mich andererseits, und dort, wo es mich beunruhigte, verdrängte ich es einfach. Die Informationen sickerten immer nur häppchenweise durch. Erst allmählich und über die Jahre hinweg formte sich ein klares Gesamtbild, das plötzlich Sinn machte und neues Licht auf alte Überlieferungen und unsere ganze menschliche Geschichte warf.

 

 

Drachen und geflügelte Schlangen waren in den weltweiten Sagen und Legenden austauschbar, sie scheinen ein- und dasselbe Phänomen zu benennen, das sich irgendwie nicht gut beschreiben ließ. Da war irgendwas und das sah so irgendwie aus. So wurde auch mein Interesse an der Schlange im Garten Eden geweckt. Ich bin halt eine Frau. Und ich fragte mich: Was verbirgt sich hinter der Schlange? Und was wäre eigentlich gewesen, hätten Adam und Eva auch noch die Frucht vom zweiten Baum gegessen? Und die Antworten, die mir dann zufielen, haben Konsequenzen für unsere Zeit. Sie könnten der Schlüssel sein, um unsere Probleme in der Welt auf eine ganz neue und sehr elegante Art zu lösen.

 

Meine Drachen sahen mir beim Schreiben immer aufmerksam und beratend über die Schultern. Nur den Teil über ihre eigene Geschichte haben sie mir direkt übermittelt, wie sollte ich das auch sonst wissen. Und was mir dann mein letzter Drache ganz am Ende eröffnete, übertraf alles! Er sei das damals gewesen, im Garten Eden. Geschockt hat es mich trotzdem.

 

 

Wenn du fest verwurzelt in deinem Glauben stehst und dein heiliges Buch wortwörtlich auslegst, solltest du dieses Buch nicht lesen. Dann warte lieber in Ruhe auf dein Jüngstes Gericht und mache um mich und meine Drachen einen Bogen. Es könnte sonst deine ganze Weltsicht auf den Kopf stellen.

 

 

 

Der Garten Eden

 

Jeder kennt doch eigentlich die Geschichte vom Garten Eden aus der Bibel, oder? Nun, vielleicht doch nicht, wir werden sehen. Die Lutherbibel ist der zum Gebrauch empfohlene Bibeltext der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese klassische deutsche Bibelübersetzung ist nach wie vor die in Deutschland am weitesten verbreitete. Die Nummern wurden entfernt und die Verse zu einem lesbaren Text zusammengefügt ohne sie zu verändern. Diese Zeilen sprechen erst einmal für sich selbst.

 

 

 

Aus dem Ersten Buch Mose - Genesis

 

Lutherbibel, Übersetzung von 1984 (Internet)

 

 

 

2. Kapitel - Das Paradies

 

Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land. Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

 

 

Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilte sich von da in vier Hauptarme. Der erste heißt Pischon, der fließt um das ganze Land Hawila und dort findet man Gold; und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da Bedolachharz und den Edelstein Schoham. Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um das ganze Land Kusch. Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.

 

Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

 

 

Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

 

 

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei. Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre. Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.

 

 

Der Sündenfall

 

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

 

 

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

 

 

Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

 

Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?

 

 

Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, so dass ich aß. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

 

 

Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.

 

Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

 

 

Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. Und Gott der HERR machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.

 

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Wir fassen zusammen:

 

Es gibt im Garten Eden neben vielen großartigen Bepflanzungen auch einen verbotenen Baum, eigentlich jedoch sogar zwei Bäume. Die Bezeichnung 'Garten' lässt darauf schließen, dass er künstlich angelegt wurde und einer gewissen Pflege bedarf. GOTT setzte den Menschen hinein, dass er ihn bebaue und pflege, heißt es dann auch. Doch so ein riesiger Garten brauchte wohl mehr als einen Menschen, daher vermute ich, dass neben Adam und Eva noch viele weitere Menschen als Gärtner beschäftigt waren. Dann ist im Text einfach das ganze Menschengeschlecht gemeint. Die Gärtner ernähren sich wohl selbst von dem Garten, nur die Früchte des Baumes bzw. der beiden Bäume in der Mitte sind tabu. Die Früchte sind ihnen bei Todesstrafe verboten.

 

 

Und dann flüstert jemand der Eva rebellische Töne ins Ohr: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: An dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ Dieses sprechende Wesen erinnert im Aussehen an eine Schlange. Es ist offenbar mit dem nicht einverstanden, was Gott befohlen hat und ermutigt Eva, sich über das Verbot hinwegzusetzen.

 

 

Als sie beide von der Frucht des ersten Baumes kosten, wird der Verstand der beiden geweckt und sie beginnen, sich selbst zu erkennen. Das ist der Moment, in dem sie gewahr werden, dass sie sich ihrer selbst bewusst werden. Sie erfinden die erste Kleidung aus Naturmaterial (Schurz) und sie bedecken sich damit. Im Bewusstwerden ist an sich keine Scham gegeben, viel eher haben sie wohl erkannt, dass sie GOTT und seinen Heerscharen wohl ähnlicher sehen als den Tieren im Garten. Und sie bekleideten sich als Konsequenz dieser Erkenntnis, sie ginnen, GOTT und seine Engel zu imitieren. Gott und seine Engel waren offenbar bekleidet. Das ist eine Verstandesleistung, die wir bei einem Schimpansen begeistert feiern würden, eine aufkeimende Intelligenz. Adam und Eva haben ihren Verstand also sofort vortrefflich genutzt.

 

 

Sie verstecken sich, doch GOTT findet dennoch heraus, dass sie vom verbotenen Apfel gegessen hatten. Er verflucht sie und wirft sie aus dem Garten. Der Fluch ist allumfassend und betrifft alles, was das Leben normalerweise schön und angenehm machen könnte, die Menschen hätten eigentlich kaum überleben dürfen. Der Fluch soll Mann und Frau unterschiedlich treffen. Die Frau soll Mühsal erleben und unter Schmerzen gebären. Und sie soll ein Verlangen haben nach dem Mann, aber er soll über sie herrschen. Und dem Mann verflucht er seinen Acker und auch er soll Mühsal haben, wenn er sich vom Kraut ernährt, Dornen und Disteln sollen auf seinem Acker wachsen und er soll viel arbeiten, bis er stirbt.

 

Und nun lies mal genau: Die beiden werden nicht wegen ihres Ungehorsams als Gärtner gefeuert oder weil sie nackt rumliefen, sondern einzig, damit sie nicht auch noch vom Baum des Lebens essen! Und es ging nicht nur um Adam und Eva, es betraf alle Gärtner, die gesamte Mannschaft wurde auf der Stelle entlassen und die Männer musste sofort mitsamt ihren Familien ausziehen. Es war GOTT sogar so wichtig, dass er seine Cherubin (Leibgarde, Engel) vor dem Tor aufstellte, um sicher zu gehen, dass keiner mehr zurückkehren konnte, nicht einmal heimlich.

 

 

Gehen wir mal davon aus, dass es sich um einen Tatsachenbericht handelt und tun wir mal alle bedeutungsschwangeren religiösen Erklärungen beiseite. Es gab also diesen Garten hier auf der Erde. Die Geschichte beschreibt sogar genau den Standort mit vier Flüssen, von denen zwei als die großen Ströme Euphrat und Tigris noch heute bekannt sind. Und dieser Garten von GOTT, sein Garten Eden, ist kein natürliches Biosphärenreservat, indem die Natur sich frei entfalten kann, es ist ein botanischer Garten mit bewusst ausgesuchten Pflanzen und Tieren. Und ein ganzes Team von menschlichen Gärtnern hat vermutlich jede Menge zu tun, diesen Garten in Ordnung zu halten. Sie arbeiten nackt und das ist für GOTT und seine Engel auch in Ordnung so, vielleicht hat es ihnen sogar den Aufenthalt dort zusätzlich versüßt. Der Garten diente wie alle Gärten dem gesamten Hofstaat zum Lustwandeln, Erholen und Erfrischen. Oder vielleicht auch nur GOTT alleine und die Engel waren nur seine Leibwache.

 

 

Das klingt für mich allerdings eher wie eine Szene aus dem Leben Ludwig XIV. Viele Herrscher dieser Erde ließen sich Gärten nach ihrem Geschmack anlegen. Es gehörte auch einfach zu ihrem Pomp und ihrer Pracht. Vor allem aber demonstrierte es ihre Macht. Doch wir halten auch fest: Es geht hier nicht um irgendeine geschichtliche Figur, es geht um den GOTT, der im Mittelpunkt aller drei monotheistischen Weltreligionen und ihren Absplitterungen steht und den Millionen Menschen weltweit anbeten! Und dieser Vorfall lieferte auch die wesentliche Begründung dafür, die zukünftigen patriarchalen Herrschaftsstrukturen zu legitimieren und die Menschen zu bevormunden und zu beherrschen. Und ihnen das damit zu erklären, dass sie per se in Sünde geboren wurden (die Erbsünde genannt) und nun bitten und hoffen und glauben mussten, dass GOTT ihnen gnädig sei. Sie mussten sich an alle Regeln halten und waren doch eigentlich Staub zu Füßen Gottes. Das betont GOTT auch noch einmal ausdrücklich in seinem letzten Satz an die Menschen bei ihrem Rauswurf: „Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“

 

 

Für GOTT waren die Menschen nichts als Erde, also Staub oder Dreck. Abgesehen davon, dass hier deutlich wird, wie wenig Gott seine Geschöpfe liebt, ist dieser Satz nur zu verstehen, wenn man den Zusammenhang zu dem zweiten Baum herstellt, denn der rauswurf sollte ja vor allem verhindern, dass sie auch noch vom zweiten Baum essen.

 

 

Das ganze Tamtam rund um Schuld und Scham ist nur ein Verwirrspiel, um davon abzulenken. Was dieses essen vom zweiten Baum für Folgen hätte haben können, dazu kommen wir später. Der Fluch allerdings war sehr real und den muss man ernst nehmen. GOTT hat eiskalt alle seine Gärtner samt Familien in der Wildnis ausgesetzt, ohne ihnen irgend etwas mit auf den Weg zu geben, wie man da überlebt. Der war offenbar sauer und es war ihm egal, was mit diesen Männern, Frauen und Kindern weiter passierte, ob sie da draußen überlebten oder nicht. Gut, ein paar Fellkleider hat er ihnen nähen lassen, da hat es ihm vielleicht schon wieder leid getan.

 

 

Das erste Missgeschick war passiert, die Menschen hatten von dem Baum gegessen, der ihre Intelligenz und ihr Bewusstsein weckte. Jetzt musste alles getan werden, damit die Menschen auf keinen Fall auch noch so werden wie Gott. Genauer gelesen: „und lebe ewiglich!“ Denn mal ehrlich: Die Schlange hatte doch recht behalten, was diese Frucht betraf. Eva, die sich zuerst getraut hatte davon zu essen, war nicht daran gestorben. Und Adam auch nicht. Stattdessen haben sie ein eigenes, individuelles Bewusstsein erlangt, eine neue Bewusstseinsstufe. Und genau die wird ihnen dann ermöglicht haben, in der Wildnis zu überleben und die ersten Kulturen zu entwickeln.

 

 

Wenn die Schlange also mit dem einen Baum recht hatte, musste doch auch etwas an der Geschichte mit dem anderen Baum dran sein, oder? Hast du dich nie gefragt, was passiert wäre, wenn die beiden auch noch von dem anderen Baum gegessen hätten? Und es war Eva, die so mutig war, der Menschheit im Garten Eden die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis abzuholen, halten wir das mal fest!Eva steht hier für alle Frauen, die nach ihr kamen. Die hätte uns auch noch das vom anderen Baum vererbt! Doch so muss ich kommen, viele Jahrtausende später, und euch die Frucht des anderen Baumes nachreichen: Hier ist mein Apfel. Und ich teile ihn gern.

 

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Als mein neuer Drache mit unserer Buchidee das erste Mal vorbeikam, ging es da draußen in der Welt grade auch wieder um Gotteskrieger, und wie viele andere fragte auch ich mich, ob es da eine Instanz über uns gäbe, die helfen, einschreiten und das Drama endlich beenden könnte. Sollte ich zu ihm beten? Ich wollte endlich Frieden auf der Welt! Und ich wünsche mir, dass alle miteinander gedeihen, Menschen, Natur und Erde. Genug ist genug! Wie lange wollte Gott da noch zusehen? Es wurde doch Zeit! Aber hatte Gott sich jemals eingemischt, und wenn er es täte, auf welcher Seite stände er? Oder hat er immer schon mitgespielt und wir haben es nicht bemerkt?

 

 

Ich spreche hier im Zusammenhang von Frieden und Beten von 'Gott' und nicht von 'GOTT', weil ich da zwei ganz unterschiedliche Instanzen wahrnehme, die beide in der Bibel auftauchen. Martin Luther war ein großer Genius, der damals die Menschen befreite aus einer engen und dunklen mittelalterlichen Vorstellung von Religion. Luthers wichtigste These war: Jeder hat in sich selbst eine Verbindung zu Gott, er braucht keine Mittelsmänner da draußen. Luther dachte dabei an alle, die die Bibel auslegten, wie es für sie gerade günstig war, und die den Gläubigen dann das Blaue vom Himmel erzählten. Vor allem aber wetterte er gegen den Ablasshandel. Die einfachen Leute hatten auch keine Chance, selbst das Buch der Bücher zu lesen. Alles wurde ihnen von der Kanzel nacherzählt. Und weil er wollte, dass jeder selbst das heilige Buch lesen können sollte, setzte sich dieser mutige Ketzer jahrelang daran, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen. Er warf auch alle Heiligenstatuen raus aus den Gotteshäusern mit der Behauptung, alle Menschen seien bereits heilig, auch da brauche man keine Anbetung oder Vermittlung durch ganz besondere Menschen.

 

 

In diesem Sinne fühle ich mich immer noch als evangelischer Protestant, obwohl ich aus der Kirche schon lange ausgetreten bin. Ich tat dies, weil ich Luther in diesem Punkt noch ernster genommen habe: Dass es nichts zwischen dieser Schöpfungsinstanz in meinem Inneren und mir geben sollte. Auch kein Buch und keine netten Interpretationen von der Kanzel. Ich brauche auch niemanden, der mich vor Gruppen warnen muss, die noch nicht eine genügend große Anzahl an Mitgliedern erreicht haben, um sich Weltreligionen nennen zu dürfen. Für die Großen wird dann sogar die Kirchensteuer eingezogen, für die kleinen Gruppen nicht. Ich fand es immer schon witzig, dass genau diese Großen dann auch noch Sektenbeauftragte abstellten gegen ihre Konkurrenz. Dabei las ich schon im Religionsheft meiner Schüler über Sekten, dass man sie daran erkennt, dass sie sich hierarchisch gliedern und einer an der Spitze verkündet dann die Wahrheit. Ich fragte meine Kollegin daraufhin vergnügt, ob sich der Papst schon bei ihr gemeldet habe und ihr die Erlaubnis entzogen, so etwas in katholischer Religion zu vermitteln. Oder hatten die Kinder es nicht einmal gemerkt, dass sie sich mitten in der weltweit größten Sekte bewegen?

 

 

Du merkst, wir müssen über Gott reden. Und ich will dieses Alles-Was-Ist mal weder Gott noch Allah nennen, denn in diesem Namen sind schon viele grausamen Dinge passiert. Ich nenne dieses allumfassende liebende und nährende Wesen, dem wir unsere Existenz verdanken, das wunderbare, schöpferische Universum oder die Quelle allen Seins. Die meisten Menschen kennen dieses Gefühl von erhabener Großartigkeit und staunender Ehrfurcht und Liebe zu der ganzen Schöpfung, es hat sie vielleicht ergriffen bei der Betrachtung des Sternenhimmels oder des Grand Canyon. Und sie erlebten eine ganz große Verbundenheit mit allem was ist. Seitdem wissen sie, dass es da mehr gibt, eine erste Ursache, die Quelle allen Seins.

 

 

Und vor dieser verneige ich mich ausdrücklich in großer Dankbarkeit und Zuneigung, ich fühle mich innig mit ihr verbunden, getragen und genährt. Ich empfinde sie als umfassende Liebe und grenzenloses Urvertrauen. Wenn ich in sie eintauche, bin ich Zuhause. Ich verdanke ihr alles. Und ihr widme ich dieses Buch.

 

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Den Evas der Welt wird nachgesagt, dass sie zu neugierig sind und sich viel leichter verführen lassen (z. B. von der Schlange). Auf diesem Vorwurf basiert bis heute noch vielerorts die Unterdrückung der Frauen und Kinder und ihre Unterordnung. Mit der Erbsünde der Eva (den Apfel zu essen und auch noch dem Adam zu reichen) wird die Wertlosigkeit der Frau in patriarchalen Strukturen und Weltreligionen bis heute erklärt. Nun, ich bin eine Frau. Und schon als ich die Geschichte vom Garten Eden des erste Mal in der Bibel las, damals im Konfirmandenunterricht, war mein erster Impuls: Schade, dass die beiden von Gott gestört wurden und dass sie nicht noch mehr (vom Baum der) Erkenntnis gefuttert hatten. Und was mich noch viel mehr interessiert hätte: Was wäre eigentlich passiert, wenn die beiden überhaupt nicht erwischt worden wären und sie hätten sich auch noch über die Früchte des anderen Baumes hermachen können? Wären sie dann unsterblich geworden?

 

 

Ich sah einfach keinen Sinn in ihrem Gehorsam. Und geplant war das mit der Weckung unseres Verstand ja auch nicht, den ersten Apfel hätten sie ja auch schon nicht essen sollen. Doch nun war das Malheur passiert, und die Menschen begannen, ihren Verstand zu entwickeln und zu nutzen, um sich selbst zu erkennen und auch dem Geheimnis des Lebens auf die Spur zu kommen. Wir sollten das nicht, unsere Ahnen sollten eigentlich die unbewussten Gärtner dieses GOTTES bleiben. Und sie hätten ewig im Garten Eden leben können!

 

 

Was machen wir jetzt daraus? Die Menschen wurden neugierig und klug, weil sie von dieser Frucht im Garten Eden gegessen hatten! Sie begannen sich zu entwickeln. Aber bitteschön, dann sollten sie wenigstens wieder bei Null anfangen, GOTT wollte sie nicht mehr weiter versorgen. Heute finden wir unseren Wissensdurst und unsere Neugier ganz menschlich. Wer wären wir ohne diese Eigenschaften? Menschen sind doch keine kleinen Spielzeuge oder hörige Marionetten eines absolut herrschenden Gottes oder seiner Vertreter auf Erden! Das passt niemals zu meinem Wissen und Fühlen dieser allumfassenden, liebenden Quelle! Tief in mir drin weiß ich, dass diese Quelle ausschließlich mein Gedeihen im Sinn hatte. Die wäre niemals so mit mir umgegangen! Nein, nein, ganz gewiss nicht. Das ganze menschliche Naturell lehnt sich doch auf gegen jegliche Fremdbestimmung. Doch dass es da noch mehr gab im Garten Eden und wir die Chance verpasst haben und dafür auch noch verteufelt und aus dem Garten geworfen wurden, muss ja nicht bedeuten, dass sich das nicht nachholen ließe!

 

Geschichte wird immer vom Sieger geschrieben, das ist beim Garten Eden nicht anders. Ich glaube dennoch, dass selbst die verdrehten Überlieferungen im Kern eine wahre Geschichte enthalten. Was ist also die wahre Geschichte dahinter?

 

 

Ich will sie sie dir nun so erzählen, wie sie mir von meinen Drachen zugetragen wurde. Ich selbst fand ihre Erklärungen einleuchtend: Unsere Götter oder GOTT und seine Engel oder Heerscharen (er hatte ein Heer?) hatten tatsächlich einen Garten erschaffen, einen botanischen Garten und Zoo zum Lustwandeln. Und wie meine Drachen behaupten, diente der Garten zusätzlich als lebende genetische Bibliothek, um weitgehendere Züchtungen vorzunehmen. Als Gärtner setzten sie ihre besonders intelligenten Sklaven ein, die sie Lulus nannten und die sie eigens zu diesem Zweck genetisch erzeugt und gezüchtet hatten. Ein Lulu war gerade so intelligent, dass er als Gärtner einfache Arbeiten verrichten konnte, aber nicht bewusst genug, um über sich selbst und das Leben nachzudenken und sich gegen die Befehle aufzulehnen. Eine Vorstufe von Mensch also, der den Drachen in absolutem Gehorsam diente.

 

 

Und das war auch meine erste Kröte, die ich schlucken musste: GOTT und seine Heerscharen waren nach ihren eigenen Angaben Drachen, also geflügelte Wesen mit Schlangen- oder Reptilienhaut, die aufrecht gingen und ansonsten den Menschen ähnlich sahen. Und während sie ihre Lulus vor allem für die schweren Arbeiten benutzten, die sie selber nicht tun wollten, genossen die Stammeltern Adam und Eva ein privilegiertes, besonders langes und sorgenfreies Leben im Garten Eden. Sie durften mit Gott wie im Paradies leben. Aber sie wurden nicht wirklich ernst genommen oder respektiert in ihrer Würde. Sie waren eher Schauobjekte, die man als Musterexemplare und Erste ihrer Art von der Plackerei relativ freigestellt hatte. Die andern Lulus verrichteten im gleichen Garten die schweren Arbeiten als Gärtner, denn so ein botanischer Garten ist viel Arbeit.

 

 

Nach Auskunft meiner Drachen erkannten Adam und Eva, als sie die Frucht vom Baum der Erkenntnis aßen, dass sie selbst keine Tiere waren, denn sie sahen GOTT viel ähnlicher als den anderen Tieren. Sie erkannten auch nur deshalb, dass sie nackt waren, weil GOTT und seine Engel sich bekleideten und schmückten als Ausdruck ihrer Kultur. Wenn du erkennst, dass du GOTT ähnlich siehst, möchtest du auch in der Kleidung dazugehören oder? Zumindest merkst du, dass es unpassend ist, nackt herum zu laufen! Im Wesen müssen diese erste Menschen wie kleine Kinder gewesen sein. Wenn ein Kind entdeckt, dass es nackt ist, dann wird es sich selbst bewusst. Adam und Eva erkannten vermutlich auch, dass sie eben keine Götter waren, sondern sogar schlechter als die Tiere gehalten wurden, denn nur die Lulus mussten im Garten hart arbeiten, Tiere nicht. Die beiden sahen wie alle anderen Lulus aus, die überall die Arbeit verrichteten. Und die anderen Lulus lebten nicht in paradiesischen Zuständen! So bekamen sie Angst, nun ebenfalls als Sklaven behandelt zu werden und sie versteckten sich. Aber doch nicht aus Scham! Sie hatten Angst vor diesem Allmächtigen und dass er sie jetzt umbringen würde! Denn so konnte man sein Verbot doch auch auslegen: Wenn ihr davon esst, bringe ich euch um!

 

 

Und nur um zu verhindern, dass ihre Selbsterkenntnis weiter fortschreiten würde und sie auch noch vom Baum des Lebens äßen und das ewige Leben der Götter erlangen würden, warf GOTT sie ganz aus dem Garten Eden. Immerhin brachte er sie nicht um und schickte sie nicht als Sklaven in die Bergwerke, sondern überließ sie nur da draußen ihrem Schicksal, ein Experiment zum Überleben. So wie Menschen heute versuchen, fast ausgestorbene Tiere im Zoo zu züchten und dann wieder auszuwildern. Nur verfluchen diese Tierschützer ihre Lieblinge nicht auch noch derart übel. Bei einem im Zoo gehaltenen Tier würde man also von Auswilderung sprechen. Und mehr bedeutete diese Angelegenheit auch nicht für Gott. Gut, er bedauerte vielleicht noch, seine besten Ausstellungsstücke im Zoo verloren zu haben. Sollten die beiden doch sehen, wie sie ohne ihn überlebten, undankbares Pack!

 

 

Halten wir fest: Die Schlange im Garten Eden hatte Eva gelockt, die Frucht vom Baum der Erkenntnis von gut und böse zu essen und als Eva das tat und Adam auch, waren sie im Garten nicht mehr geduldet. Man wollte verhindern, dass sie auch noch vom Baum des Lebens äßen und gar selbst wie die Götter würden, also unsterblich, wo sie jetzt schon mal über die Gabe verfügten, sich so ihre eigenen Gedanken zu machen, statt einfach nur brav zu dienen.

 

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Drachen und fliegende gefiederte Schlangen kommen weltweit in vielen Schöpfungsmythen vor. Sie werden in fast allen Traditionen mit Göttern in Verbindung gebracht, die ganze Kulturen gestiftet und Dynastien begründet haben. Die chinesischen Kaiser (Himmelssöhne) brüsteten sich sogar damit, von Drachen abzustammen. Nur in der jüdisch-christlichen Tradition wird der Drache mit dem Bösen in Verbindung gebracht und diverse Heilige als Drachentöter verehrt. Das ist doch ein seltsamer Widerspruch der Traditionen! Doch was wäre, wenn diese Überlieferungen alle recht hätten und eine einzige Geschichte erzählen, nur aus ganz verschiedenen Perspektiven, die überall auf der Erde passierte und in der Drachen eine Rolle spielten? Weltweit haben sich die Herrschenden gleichzeitig immer gerne mit den Drachen und Schlangen identifiziert, die Priester, die Kaiser und Könige. Keiner sonst hätte sich das getraut. Das gemeine Volk kam nicht einmal in die Nähe solcher Tempel, Paläste oder anderer Gärten Eden. In China, wo man heute den Drachen für ein Glückssymbol hält, war das doch nicht viel anders: Der einfache 'Adam' aus dem Volk und seine Frau durften doch auch nicht mucken, das waren Sklaven.

 

 

Auch in der biblisch-christlichen Tradition müssen die Drachen als Wasserspeier auf Kathedralen sitzen, kommen ins Wappen mächtiger Könige und man macht auch sonst viel Aufhebens um sie und ihre heldenhaften Drachentöter. Auch hier soll nur das gemeine Volk sich ja nicht mit dem Drachensymbol identifizieren! Schreit das nicht förmlich danach, zu schauen, was damit los ist? Man kann die Garten-Eden-Geschichte auch anders sehen. Was wäre, wenn es da bei GOTT und seinen Engeln (christliche Terminologie) oder unter den hierarchisch gegliederten Götterfamilien (andere Kulturen) einzelne gegeben hätte, die nicht mit der Versklavung und Ausbeutung der Menschheit (der Adams und Evas) einverstanden gewesen wären. Könnte die Schlange (in manchen Überlieferungen hat sie Beine und steht aufrecht, reden kann sie ja sowieso) nicht eigentlich etwas sehr Gutes im Sinn gehabt haben? Wollte sie die Menschen vielleicht aus der Sklaverei des göttlich angeordneten blinden Gehorsams befreien?

 

 

Denn wir fühlen uns in der heutigen Zeit doch auch ganz wohl auf dem Baum der Erkenntnis. Wir wollen wissen statt nur zu glauben. Wir forschen, wir lernen. Ich zum Beispiel kann überhaupt nicht glauben und verehren, das liegt meinem Wesen ganz fern. Die Frage ist also: Was wäre passiert, wenn Adam und Eva auch noch von dem anderen Baum gegessen hätten? Und genau das habe ich auch meine Drachen gefragt, die mit mir zu reden begannen, nachdem ich sie gefilzt hatte. Es mag dir etwas seltsam vorkommen, dass ich mit Filztieren rede, aber wenn du mehr darüber wissen willst, möchte ich dich auf mein Buch verweisen 'Mein Drache frisst gern Pizza'. Da ist auch der Weg der Selbsterkenntnis als der innere Drachenweg genau beschrieben.

 

 

Es hat mich mehr als schockiert, als mir meine Drachen so nach und nach in immer mehr Details eröffneten, welche Rollen die Schlangen und Drachen in unserer Geschichte wirklich gespielt haben und was da tatsächlich passierte. Doch wem sollte ich glauben? Konnte ich das glauben? Ich war so erschüttert, dass ich ein Jahr lang nicht mehr mit ihnen geredet habe. Die Indoktrination unserer Kultur und Gesellschaft war zu stark in mir, obwohl ich nicht einmal in einem tiefen Glauben sondern nur formal christlich erzogen wurde. Ich hatte doch nur in meiner Kirche die spirituellen Wahrheiten zuerst gesucht.

 

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In diesem Buches möchte ich dir am Ende auch noch den zweiten Apfel reichen, dann habe ich dir alles erzählt, was du wissen musst, um unsterblich zu werden und dich von fremdbestimmten Arbeits- und Lebensbedingungen zu befreien - angstfrei, bewusst und in Liebe. Wäre das nicht ein besseres Leben? Doch bitte ich dich um eines: Halte durch, auch wenn dir unterwegs unglaubliche Behauptungen begegnen. Denn die Methoden der Unterdrückung und Ausbeutung der Nachkommen der Lulus haben sich nur immer weiter verfeinert und wurden deren jeweiligen Bewusstseinsstufe ständig angepasst. Heute leben immer noch fast alle Lulus in einer Matrix der Fremdbestimmung und Ausbeutung, selbst wenn sie sich nicht mehr versklavt fühlen. Die Lenkungsinstrumente der Drachen wurden immer weiter verfeinert, das ist alles. Und natürlich ist dir längst klar, wer die Lulus sind: Unsere Vorfahren. Seit dem Sündenfall hatten Menschen allen Grund, sich vor diesem GOTT zu fürchten und das hat sich in ihrer genetischen Erinnerung so eingeprägt, dass wir, wenn wir GOTT und sein Gefolge heute persönlich zu Gesicht bekämen, sofort wüssten, das ist nicht Gott, das ist etwas ganz anderes. Seitdem gab es nur immer ganz wenige, die ihn zu Gesicht bekamen. So benutzte er dann lieber ein brennender Dornbusch oder eine Lichtsäule.

 

 

Und meine Drachen erklärten mir, dass diese Matrix heute stärker und dichter und wesentlich kontrollierender in unser Leben eingreift als damals bei den Lulus im Garten Eden. GOTT und seine Engel haben um uns eine künstliche Matrix gebaut, die immer weiter verfeinert und unserer jeweiligen intellektuellen Entwicklung angepasst wurde, um uns noch raffinierter und undurchsichtiger einzuspinnen. Natürlich versucht man dir dann auch alles auszureden, was dich aus der Matrix aussteigen ließe, es wird dir als eine dumme Verschwörungstheorie ausgeredet. So konditioniert von der Matrix, kannst du vermutlich auch dieses Buch nicht lesen, ohne dich über meine Verschwörungstheorie aufzuregen. Das sollst du auch. Du sollst mir nicht glauben. Du sollst möglichst mit nichts in Berührung kommen, das dich aus der Matrix befreien könnte. Doch warum solltest du überhaupt irgend etwas glauben? Oder auf etwas vertrauen? Oder dich führen lassen? Wer führt dich da grade? Du siehst, ich bin eine Frau. Ich bin eine Eva. Und die waren immer schon so.

 

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Und das ist, was mir meine Drachen über ihre eigene Kultur erzählten haben: Drachen lebten einmal vor langen Zeiten auf einem anderen Planeten dieser Galaxis. Sie waren von großer Statur, wesentlich größer als Menschen, und gingen aufrecht. Sie waren intelligent und konnten auch fühlen. Sie lebten in einer großen, hierarchisch aufgebauten Gesellschaftsform, in der Familienclans den Ton angaben. An der Spitze ihrer Gesellschaft herrschte ein einziger Drache und gab seine Macht immer innerhalb seiner eigenen Familie weiter. Man könnte die Staatsform also mit Fug und Recht als eine absolute Monarchie bezeichnen.

 

 

In ihrem Naturell waren alle Drachen ganz besonders interessiert an Ritualen und Numerologie, jedoch so richtig besessen waren sie von ihrer genetischen Erblinie, und die war ihnen so kostbar, dass sie alles daran setzten, sie möglichst unverfälscht und rein weiterzugeben. Inzest gehörte selbstverständlich zu ihrem Leben, man sah ihn als sinnvolle Bereicherung der genetischen Struktur dieser Erblinien an. Natürlich ahmten auch bedeutende und weniger bedeutende Drachen in den untergeordneten Rängen dieses Gebaren nach. Alle waren im gesellschaftlichen Verkehr, vor allem jedoch beim Erzeugen von Nachwuchs, immer darauf bedacht, standesgemäß zu handeln und sich möglichst in der Hierarchie nach oben zu entwickeln. Unstandesgemäße Verbindungen, die dann auch noch Nachwuchs erzeugten, kamen zwar ständig vor, aber der Nachwuchs wurde niemals legitimiert und sank in der Hierarchie als Bastard meistens noch tiefer nach unten als der nachrangige Elternteil. Allerdings gab es da Ausnahmen. Manchmal zeigten sich nach Generationen von Bastarden in der genetisch verwässerten Linie wieder völlig reinrassige Merkmale in einem einzigen Individuum. Dieses erhielte Macht und Position in der Hierarchie und stieg die gesellschaftliche Leiter sogar von ganz unten sehr schnell hinauf. Doch es musste sich auch gegen alle Intrigen durchsetzen können, die einem Emporkömmling so entgegenschlugen. Das war die Aufnahmeprüfung.

 

 

Du wirst bereits gemerkt haben, dass dieses Verhalten unserem heutigen Denken als Menschen völlig unverständlich und fremd erscheint. Denn schon die Grundrechte, auf die wir uns international geeinigt haben, sagen, dass alle Menschen gleich und frei sind. Und dass deshalb natürlich auch unsere Genetik für unsere Karriere und Partnerwahl keinen Unterschied machen sollte. Chancengleichheit heißt dieses Recht, das für alle Hautfarben und auch für alle anderen Unterscheidungsmerkmale in einer Gesellschaft gilt. Es will uns auch überhaupt nicht in den Kopf, warum die Drachen so besessen von ihrer Genetik waren, deshalb will ich versuchen, es dir zu erklären.

 

 

Bei Drachen war die Genetik ganz anders. Drachen besaßen ganz unterschiedliche Merkmale. Die einen hatten große Hörner, die anderen kleine. Sie hatten ein Riesengeweih oder nur ein paar Spitzen. Sie hatten einen, zwei, drei oder keine Dornen an der Schwanzspitze, um den Schwanz als Waffe zu benutzen. Sie hatten scharfe Zacken auf ihrem Rücken oder auch nur sanfte Hubbel. Auch die Farben von Zacken und Körper spielten eine Rolle. Die Farbe ihrer reptilienartigen Schuppen konnte je nach überwiegend typischen Temperament von giftgrün, stechendem Gelb, schmutzigem Blau oder aggressivem Rot bis hin zu braun, rosa, hellblau und sonnigem Gelb reichen. Letztere waren dann die sanfteren Genossen, die wurden verachtet und standen ganz unten in der Hackordnung. Dazu kamen eine verschiedene Anzahl von Zehen bzw. Krallen.

 

 

Aber am Erstaunlichsten war, dass mit diesen körperlich wahrnehmbaren Unterscheidungsmerkmalen auch mentale, emotionale und psychische Fähigkeiten einhergingen, die du dir nicht einmal im Traum vorstellen kannst, sie lagen wohl miteinander auf dem gleichen Chromosom. Und dann halte dich fest: Sie hatten manchmal sogar drei Augen! Zwei so angeordnet wie bei uns Menschen und ein drittes Auge in der Mitte der Stirn. Dieses Auge war etwas ganz Besonders. Damit konnten sie andere Wesen mental scannen und ihre Stärke im Kampf einschätzen. Und in der Herrscherfamilie und nur da war die Kraft dieses dritten Auges so groß, dass es sein Gegenüber sofort töten konnte. Dieser Blick konnte töten! Und wenn ein Drache aus der Herrscherdynastie sehr wütend wurde, tat er das immer, selbst aus Versehen. Genau diese vererbbare Fähigkeit hatte die Dynastie auch an die Spitze der Drachengesellschaft gebracht. Man durfte sie nämlich nicht wütend machen.

 

Und natürlich konnten auch noch fast alle anderen Drachen zumindest die Gase, die sich in ihrem Bauch angesammelt hatten, entzünden, während sie diese aus ihrem weit geöffneten Maul raus rülpsten. Doch auch beim Feuerspeien galt: Je größer der erzeugte Flammenstoß, für umso genialer wurde das Erbgut des Drachen angesehen.

 

 

Da alle diese Eigenschaften bei den Drachen rein genetisch bedingt waren und nur wenig mit Lernen, mit Erfahrung sammeln oder mit Wachsen und Gedeihen zu tun hatten, waren die Drachen auch nicht motiviert, innerlich zu wachsen oder dazu zu lernen. Wozu? Es war doch schon vorherbestimmt, wo sie in der Gesellschaft stehen würden und was sie zu tun hatten. Wenn überhaupt, lernten sie alleine durch Nachahmung der entsprechenden gesellschaftlichen Positionen. Etikette war ganz wichtig.

 

Meine Drachen erzählten mir auch, dass alleine das blaue Blut über den Rang und die Zukunft in der Gesellschaft entschied. Sie nannten ihr blaues Blut natürlich nicht so, sie hatten ja ihre eigene Sprache, diese Bezeichnung gaben ihm erst Menschen, die einen Drachen bluten sahen. Denn in der Atmosphäre der Erde, die viel mehr Sauerstoff enthält als die Atmosphäre ihres eigenen Planeten, färbte sich ihr Blut sofort nach Austreten an der Luft etwas bläulich. Das lag an einem höheren Kupferanteil, der oxidierte. Je blauer das Blut, desto höher stand dieser Drache in der Rangordnung, und das war das Wichtigste überhaupt für einen Drachen: Die Rangordnung in der Hierarchie. Seinen Staat hatte der Imperator so gut durchorganisiert, dass jeder genau wusste, wo sein Platz in der Befehlskette war. Und jeder Einzelne musste seinen Stammbaum über die männliche Linie, so weit es ging, ehrbar zurück verfolgen können. Sonst kam er in den Verdacht, dass da zum Beispiel vor zehn Generationen ein Bastard dabei war.

 

 

Nach und nach kolonialisierten die Drachen auch andere Planeten, bis ein großes Imperium entstand. Einzelne Teile des Imperiums wurden von den Söhnen des Tyrannen-Drachen verwaltet. Diese Stellvertreter hatte dafür zu sorgen, dass der Strom an Lebenskraft (man nannte diese auch "Spei-is"), den sie neben Gold und anderen wertvollen Rohstoffen auf ihren Planeten ernteten, niemals abriss. Spei-is/Lebenskraft wurde als ein besonders kostbarer Rohstoff betrachtetn das bald gegenüber den materiellen Reichtümern in den Hintergrund trat. Jeder der Planeten ihres Imperiums wurde für die Bedürfnisse der Drachen ausgebeutet. Auch waren sie ausgezeichnete Raumfahrer und Technologen. Und bei ihrer Besessenheit darfst du dreimal raten, welche Forschungen sie vor allem vorantrieben: Natürlich brachte ihre Zivilisation auch die besten Gentechniker hervor!

 

 

Wie herrschten sie nun über ihre vielen kolonialisierten Planeten? In diese Forschung hatten sie nach Auskunft meiner Drachen ebenfalls viel Geld investiert, es war die Wissenschaft der Nutztierhaltung. Denn egal, wie intelligent und entwickelt die Wesen auf einem unterjochten Planeten auch waren, die Drachen warfen sie mit Tieren in einen Topf, mehr Bedeutung gaben sie ihnen einfach nicht. Die Wesen eines Planeten wurden entweder gefressen, gemolken oder mussten die Arbeiten verrichten, die den Drachen zu anstrengend, zu schmutzig, zu nass, zu trocken, zu laut oder zu gefährlich waren. Alles und jeder wurde ausgebeutet, und damit natürlich auch alle Bodenschätze und Naturkräfte. Bei primitiven Kulturen genügte es, wenn sie sich ab und zu zeigten und ein paar Wunder taten, um als Götter verehrt zu werden, für höhere Zivilisationen erfanden sie dafür komplizierte gesellschaftliche Strukturen und brachte sie in Konflikt miteinander und stimulierte so unvorstellbare Grausamkeiten, Kriege, Wahn und Blutvergießen, Hass, Angst und Horror. Sie brauchten diese barbarischen Emotionen, um ihr begehrtes Spei-is zu gewinnen und um Kräfte zu versorgen, die sie durch ihr Handeln bald auf den Plan riefen. Das Spei-is gewannen sie vor allem aus den Emotionen der versklavten Wesen! Je leidensfähiger die Individuen einer Spezies war, je mehr Gefühl sie entwickeln konnten, umso mehr Spei-is ließ sich aus ihnen gewinnen.

 

 

Die echten Tiere eigneten sich dazu nur sehr wenig, aber ihre intelligenten Sklavenwesen, die Denken und Fühlen konnten und gerade durch ihr Leiden ein großes Herz entwickelt hatten, das waren so richtig prachtvolle Melk-Exemplare für ihr Spei-is. Nachdem die Drachen diesen Zusammenhang einmal herausgefunden hatten, taten sie alles, um ihre versklavten Völker ständig irgendwo zu jeder Menge Emotionen zu stimulieren. Sie wurden geradezu virtuose Künstler darin, welche Emotionen sie wie hervorriefen. Das war für sie etwa so, wie wenn du deinen Kirschbaum schüttelst, damit die Kirschen sich unten auf dem Boden aufsammeln lassen. Mehr bedeutete es ihnen nicht, Hauptsache ganz viel Emotion von möglichst ganz viel Leuten gleichzeitig.

 

 

Das Emotionale wurde mit der Zeit das bessere Geschäft. Für die höher entwickelten Sklaven auf den verschiedenen Planeten erfand man bald ganze Szenarien, um sie in Aufregung zu versetzen: Besondere gesellschaftliche Strukturen und Traditionen und vor allem große Versammlungen, die dann die niederen Gefühle wie Angst, Horror, Hass und dergleichen besonders potenzierten. Dafür eigneten sich öffentliche Bestrafungen und Hinrichtungen, die sich tief in die emotionale Kollektivpsyche der unterdrückten Völker einprägen ließen, alle diese besonders grausamen Geschehnisse wir Verbrennung, Pfählung und ähnliches gingen auf diese Herrscher und ihren Tross zurück. Es musste so gruselig sein, dass es den Sklaven noch lange nachging und auch die anderen weiter kuschen und diese Emotionen generieren ließ. Bald verfeinerten sie ihre Methoden, weil sie entdeckten, dass ihre Sklaven diese Emotionen auch generierten, wenn sie diese nur in einem Film miterlebten. Und damit konnten sie nun noch viel mehr erreichen. Glaubhaft blieben solche Filme aber nur, wenn es gleichzeitig irgendwo auf dem Planeten auch Wesen ab, denen das gerade auch passierte. Sonst rutschte es auch in der Psyche weg ins Märchenland. Ihre Methoden zur Spei-is-Gewinnung glichen immer mehr dem Film 'Die Matrix', zumindest in ihrer Auswirkung auf das Bewusstsein der versklavten Völker, deshalb werde ich auch hier im Buch von Matrix sprechen, wenn dieses künstliche Gebilde aus äußeren Strukturen und eingeimpften Gedanken und Gefühlen gemeint ist.

 

 

Technologisch waren die Drachen, wie gesagt, sehr fortgeschritten, sie konnten schnell mal so durch die Galaxis sausen, und sie hatten daher auch noch andere Ideen: So umgaben sie zum Beispiel ihre in Besitz genommenen Planeten mit einem Frequenzzaun, einer undurchdringlichen Mauer aus niedrigen Schwingungen, die alle Botschaften wohlmeinender höherer Wesen fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrte, etwa so, wie wenn ein Radiosender gestört wird. Denn solche Wesen gab es in diesem Universum selbstverständlich auch und die hätten vielleicht mal vorbeigeschaut um 'Hallo' zu sagen und hätten die Sklaven womöglich auf neue aufmüpfige Ideen bringen können. Damit hatten sie um ihre Schafherde sozusagen einen Stachelzaun gezogen und draußen vor dem Planeten ein klares Schild aufgestellt: Das hier ist unser Besitz.

 

 

Als sie diesen merkwürdigen Verbündeten noch nicht hatten, auf den wir noch zu sprechen kommen müssen, waren die Drachen eigentlich nur auf Gold, Silber und Edelsteine aus, also lauter Schätze, die auch heute noch als wertvoll gelten. Und die erpressten sie erst einmal von den unterjochten Rassen als Opfergaben an ihre Götter. Das war die einfachste Methode, dann mussten sie sich nicht darum kümmern, wie sie die Sachen für ihre Götter auftreiben würden, ob sie das Gold in den Flüssen auswuschen oder danach gruben. Sie mussten doch nur sagen, was sie brauchten und bekamen das dann selbstverständlich sofort, ein Blick genügte! Als sie jedoch im Laufe der Zeit ihre Methoden immer weiter verfeinerten, kamen sie schließlich in den Einflussbereich einer riesigen energetischen, wolkenförmigen Amöbe, die auf der Suche nach niederen Emotionen durch dieses Universum zog. Die Amöbe ernährte sich von niedrigen Schwingungen und Emotionen. Da trafen sich also die Richtigen: In niedrigen Emotionen kannten die Drachen sich nun wirklich gut aus!

 

 

Das amöbenhafte Wesen besaß große zerstörerische Kraft, sobald es eine Einlasspforte fand zu einem lebenden Wesen, es konnte sich nämlich selbst in diesem Universum nicht verkörpern. Besonders hellsehende Drachen waren in der Lage, es zu sehen, die Herrscherfamilie auf jeden Fall. Es bildete eine riesige energetische dunkelgraue Wolke, die so ausgedehnt und groß war, dass sie mehrere Planeten hätte gleichzeitig auslutschen können, doch meistens machte es das lieber nacheinander. Es hüllte einen Planeten dafür ganz ein und suchte sich verkörperte Wesen auf diesem Planeten, die es ansteuern konnte. Ein Individuum, das selbst in einer sehr niedrigen und chaotischen Schwingung lebte und gleichzeitig eine verletzte Aura besaß, war eine gute Einlasspforte, durch den Riss in der Aura konnte es hineingreifen. Es brauchte mindestens eine Verkörperung in einer ihm schmackhaften niederen Schwingung, um das Spei-is von wiederum anderen abzusaugen. Jeder andere, der mit einem besetzten Menschen in Berührung kam, konnte abgesaugt werden. 'Berührung' klingt dabei stark untertrieben, die Ämöbe lenkte das Individuum so, dass es rundherum alle in helle Aufregung versetzte, daran konnte es dann seinen Hunger stillen.

 

 

Du musst dir dieses amöbenhafte Wesen zwar als einen wirklich großen grauen Nebel vorstellen, aber der konnte sich auch in viele winzige Kräfte und Ausläufer teilen und spalten, um auf einzelne Wesen des Planeten angesetzt zu werden, denn es blieb natürlich nie bei dieser ersten Besetzung. Doch eine Einzige genügte, um auf einem Planeten Fuß zu fassen, dann konnten die nächsten in dessen Umgebung mit den niederen Schwingungen angesteckt werden und sich das Absaugsystem wie eine ansteckende Krankheit verbreiten. Und manchmal ging die Amöbe auch mit Krankheitserregern direkt eine Verbindung ein und bildete so die Kraft hinter ganzen Epidemien. Bakterien, Viren, Pilze und Einzeller konnte es problemlos direkt ansteuern, so ließen sich gleich massenhaft viele Emotionen erzeugen. Bei den Epidemien handelte die Amöbe immer als ein Ganzes, wenn sie jedoch einzelne intelligentere Lebensformen ansteuern wollte, teilte sie sich in einzelne Fragmente, die alle unter seinem Gesamtkommando blieben.

 

 

Du wirst dich vielleicht fragen, gab es mehrere Amöben und woher kamen sie? Meine Drachen erzählten, es gab ein paar davon und die waren auch im gesamten Universum unterwegs und lutschten einen Planeten nach dem anderen aus, der ihnen appetitlich vorkam. Insgesamt waren es dennoch nicht sehr viele. Eine solche Amöbe war auch kein böses Wesen, so ein Urteil kann sich nur anmaßen, wer ihre Geschichte nicht kannte. Und das ist ihre Geschichte:

 

 

Vor langer, langer Zeit entbrannte einmal in diesem Universum ein intergalaktischer Krieg, der auch danach immer wieder aufflammte. In diesem Krieg ging es um die Art und Weise, wie man mit einem sich entwickelnden, bewussten und intelligenten Leben auf einem Planeten umgehen sollte. Oder kurz: Für und gegen die Sklaverei und die Ausbeutung ganzer Planeten. Das Thema der Galaktischen Kriege glich eigentlich dem Krieg der Nordstaaten gegen die Südstaaten in den Vereinigten Staaten: Befreiung der versklavten Rassen und Planeten und auf der Gegenseite die Verteidigung der Nutztierhaltung auch bei fortgeschrittener Intelligenz mit allen Mitteln. Die Kriege tobten nacheinander über viele Galaxien hinweg und bald war fast jede Zivilisation mit hineingezogen worden. Es wurden schreckliche Waffen entwickelt und eingesetzt. Viele Planeten wurden zerstört oder verwüstet, andere aus ihrer Umlaufbahn geworfen. Es war viel los in diesem Universum. Dabei wurden auch Spalten in die Raumzeit dieses und anderer Universen gerissen und durch diese Spalten drangen Wesen in dieses Universum ein, die hier nicht hin gehörten. Organismen, die sich nie hätten begegnen sollen, trafen nun aufeinander.

 

 

Schließlich konnte keiner mehr gewinnen nur alles verlieren, diese Einsicht setzte sich durch. Man schloss ein Friedensabkommen und teilte die Einflussgebiete neu ein. Unsere Erde fiel dabei an die Drachen. Das geschah zu einer Zeit noch lange vor der Drachenzivilisation, aus der mir meine Drachen erzählen konnten, weil sie darin lebten. Es handelte sich um ihre mündliche Überlieferung, denn in ihrer offiziellen Überlieferung stand immer nur, wer von wann bis wann herrschte und wer dann danach herrschte. Der X war der Sohn von Y, und der war der Sohn von Z usw. Und welche glorreichen Schandtaten derjenige dann vollbrachte. Es war also eine lange Zeit, denn Drachen haben eine Lebenserwartung von ca. 5000 Jahren. Natürlich waren auch die Ur-Ur-Ahnen meiner Drachen daran beteiligt und du darfst dreimal raten, auf welcher Seite sie kämpften.

 

 

Die wohlmeinenden hoch entwickelten Zivilisationen dieses Universums, die für die Freiheit allen sich entwickelnden Lebens gekämpft hatten (weil sie es vorher so mühsam selbst gesät und gefördert hatten) machten sich umgehend daran, möglichst alle Risse zu anderen Dimensionen und Universen wieder zu schließen. Sie behoben den Schaden, so gut es ging, und bugsierten auch die meisten lebendigen Wesen, die aus anderen Dimensionen hierher geschlüpft waren, vorher noch in ihre Heimat zurück. Doch die Amöben blieben. Für sie war es in diesem Universum so viel leichter zu überleben, dass sie kein Interesse daran hatten, in ihre eigene Dimension zurückzukehren um den anderen dort mühsam ihre mageren Emotionen abzujagen. Sie hatten gerade himmlische Bedingungen für sich gefunden! Die Beute in diesem Universum war viel fetter. Und hier hatten sie auch keine Konkurrenz bei ihrem Tun. Hier konnten die paar Amöben es sich so richtig gut gehen lassen.

 

 

Das riesige Amöbenwesen selbst waren nur schattenhaft wahrzunehmen, aber man konnte einen Pakt mit ihm schließen und das taten die Drachen dann auch. Mit ihrer Energie im Bunde und mit seiner riesigen Kraft ließ sich eigentlich fast alles für die Drachen realisieren. Sie lernten, diese Amöbe für ihre Sklavenhaltung zu nutzen. Sie fütterten sie mit dem begehrten Spei-is, den Emotionen (Angst, Hass, Gier, Bosheit...) ihrer Sklaven und konnten im Gegenzug sich ihre Herrschaft sichern. Immer besser lernten sie das Spei-is zu ernten. Ihre Gier nach Macht und Unterwerfung wurde unersättlich und schließlich begannen sie selbst, auch von den Emotionen ihrer Sklaven zu leben. Wie der Herr, so das Gescherr. Denn durch ihre Lebensweise verdorrte ihr Herz noch mehr und war nicht mehr in der Lage, ihnen noch viel eigene Lebenskraft zu geben. Ohne ihr System der Ausbeutung hätten sie nur ein völlig kraftloses, einfaches Leben ohne jeden Reiz führen können.

 

 

Emotionen sind Energie, sind Lebenskraft, sie sind das Spei-is des Lebens. Stelle sie dir als Eiscreme vor, das hilft vielleicht. Je heller diese Eiscreme ist, umso höher ist Energie und Schwingung, weißes Eis wäre dann die pure Erleuchtung auf der offiziellen Richterskala der Emotionen. Vanilleeis käme dann den Gefühlen Liebe und Frieden sehr nahe. Eiscreme aus dunkler Schokolade war so dunkel, sie wurde durch blanken Hass erzeugt. Mit Kirschgeschmack lag die Eiscreme dann etwa bei Ärger, Frust oder Depression. Ich hoffe, du wirst jetzt trotzdem weiter Spaß an deinem Eis finden! Doch so abwegig ist der Vergleich gar nicht: Schwarze Getränke zum Beispiel senken auch deine Schwingungen. Dunkel gebratenes Fleisch auch. Wer gerne in die morbide Welt dunkler Energien abtaucht, der kleidet sich auch so, oder schminkt sich in diese Richtung. Das geht so weit, dass du Überlagerungen (also, wenn du in deiner Aura nicht mehr alleine bist, und das muss jetzt kein Ausläufer der Amöbe sein), daran erkennst, dass der Mensch dunkle Ringe unter den Augen hat. Wenn ich dunkle Ringe um meine Augen feststelle, dann räume ich erst mal wieder meine Aura frei. Das nur mal so am Rande. Doch zurück zu unserer Eiscreme. In unserem Universum, das höher schwingt als das andere, wo die Amöbe ursprünglich entlaufen ist, konnte die Amöbe sich so richtig an der dunklen Eiscreme laben. In seinem Universum brachten seine Lieblingsspeisen kaum Emotionen zustande, es musste lange sammeln. Und man muss auch wissen: Die hellen Eissorten sind für die Amöbe unverdaulich, die bereiten ihr sogar Schmerzen. Hatte ein Planet insgesamt sehr hohe, positive Schwingungen, dann hielt es sich dort fern. Es gab ja genug andere mit der richtigen Eiscreme. Du merkst, dass Drachen und Amöbe sich fanden, war unvermeidlich, sie ergänzten sich hervorragend.

 

 

Dieses Spei-is ist ein ganz besonderer Stoff. Die Lebenskraft eines Wesens ist normalerweise dazu da, diesem selbst ein gutes Leben zu verschaffen, und sie fließt auch immer wieder nach aus einer inneren Quelle. Hört dieser Durchfluss an Lebenskraft auf, tritt der Tod ein. Doch man konnte sie auch ernten, um sich selbst ein noch besseres Leben auf Kosten anderer zu gönnen! Die Lebenskraft ist vor allem dazu da, damit das Wesen die Kraft hat, seinen eigenen Impulsen zu folgen. Ein Hund hat Hunger (Impuls) und sucht nach seinem Fressnapf. Würde man ihm die Lebenskraft entziehen, könnte er sich grade noch so an den Napf schleppen und am Leben bleiben. Dabei erntet man nicht den Impuls selbst, das 'Fressen', sondern nur die darin enthaltene Emotion, das ist die Kraft. Bitte nimm diese Erklärung an dieser Stelle erst einmal hin, wir kommen später noch einmal darauf zurück.

 

 

Das passierte alles in einer Zeit noch lange vor der Drachenzivilisation, von der schon die Rede war. Natürlich waren auch deren Ur-Ur-Ahnen daran beteiligt und du darfst dreimal raten, auf welcher Seite sie kämpften. Doch das alles lag für sie selbst längst in den Nebeln einer fernen Vergangenheit. Und so ging die Geschichte weiter, die mir meine Drachen erzählten: Unter den versklavten Rassen gab es genetisch bedingt auch immer wieder welche mit besonders starker Lebenskraft. Diese Sklaven konnten ihre Verbindung zur Quelle noch viel besser spüren und auch viel kraftvoller und überzeugender als die anderen auftreten und waren damit potentiell gefährlich, weil sie sie die Massen zu Widerstand mobilisieren konnten, sobald sie das Ganze durchschauten. Man musste sie auffangen in passenden Glaubenssystemen, die sie ständig beschäftigt hielten oder sogar auf eine lebenslange Gralssuche schickten. Man erzählte ihnen, dass sie zum Beispiel einem Orden beitreten müssten, um dieses Gefühl der Verbundenheit mit der Quelle öfter zu erfahren, und dass sie in diesem System dann ihre Quelle noch besser freilegen könnten, sie müssten nur lange genug suchen und viel an sich arbeiten. Aber diese Systeme waren hierarchisch gegliedert und überwacht und sollten eigentlich genau das auch verhindern. Nur die an der Spitze wussten darüber Bescheid, und auch das nur manchmal. Die einfachen Mitglieder erwachten in Wirklichkeit nur dann, wenn sie so eigenmächtig wurden, dass sie das ganze System verließen und in direktem Kontakt mit der Quelle bewusst erschaffen lernten.

 

 

Doch zurück zu den Drachen. Die Jagd war ein zentraler Faktor der Drachen-Lebensweise. Sie musste nämlich im Laufe der Entwicklung der Drachenzivilisation das Fühlen ersetzen, das bei einem verdorrten Herzen kaum noch oder nicht mehr stattfindet; ein solches Wesen hat weder Empathie noch Mitgefühl, es fühlt normalerweise nur noch die starken Gefühle der unteren Richterskala der Emotionen, und eher nur als eine grundsätzliche Spannungsabfuhr. Die Jagd konnte sie erregen, weil es darin um Leben und Tod ging, eines der wenigen gefühle, die auch in niedrigen Schwingungen vorhanden sind. Zu der Jagd kamen im Laufe der Zeit die grausamsten Folterungen hinzu, weil dies sie noch mehr stimulierte, aber das passierte erst, als sie sich mit den dämonischen Kräften der Amöbe zu verbinden lernten. Durch sie lernten sie eigentlich auch erst, dass mit dem Verehren und Opfer darbringen die Emotionen direkt geerntet und an die Amöbe gelenkt werden können. Die Amöbe brachte sie auf diese Idee, die Organisation von regelmäßigen Anrufungen war ihr Preis für ihre Unterstützung. Menschen, die das im Laufe der Zeit durchschauten, nannten diese Abspaltungen der Amöbe Archonten, Dschinn oder Besetzungen.

 

 

Doch zurück zu den Drachen. Die Lust am Jagen wurde zum Zeichen, an dem die Mächtigen erkennen konnten, wer zu ihresgleichen gehörte, wer also von ihrem Schlag war. Danach hielten sie auch in den versklavten Rassen immer Ausschau, denn auch da gab es immer Wesen mit wenig Herz und Mitgefühl, die von ihnen benutzt werden konnten, um stellvertretend ihre Herrschaft auf den Planeten aufrecht zu halten und als Aufreger und Staubsauger zu dienen. Alles und jeder wurde von ihnen nur benutzt. Es zählte nur noch die Gier nach mehr, und vor allem nach intensivem Erleben. Doch das verdorrte Herz konnte so nicht ersetzt werden! Versuche mal ohne die Gefühlsfähigkeit des Herzens etwas zu spüren. Die Jagd war also das Erkennungszeichen. Alle, die merklich keinen Spaß an der Jagd finden konnten, die also eher angewidert waren, besaßen noch Gefühl genug, das man melken konnte. Solche Wesen wurden selbstverständlich immer nur versklavt und benutzt. Und es wurden dann auch immer mehr Sklaven und ganze Sklavenrassen neu erschaffen, um diesen Moloch aus der anderen Dimension zu füttern.

 

 

Die intensiven Emotionen, die man von den versklavten Völkern erntete, wurden schließlich auch für die Drachen zur Droge, auf die man als Belohnung abfuhr. Der Spaß am Rausch der Macht über Leben und Tod eines fühlenden Wesens wurde zu einer Sucht, die nie gestillt werden konnte und schließlich das Herz noch weiter schrumpeln und verdorren ließ zu einer Rosine. Auch ihre gehorsamen Vasallen in den versklavten Rassen kannten die Regeln ihrer Macht- und Geldspiele genau und entwickelten sich zu süchtigen Zockern, die mit den Regeln ihrer Matrix geschickt jonglierten. In den Augen dieser Rosinenherzen waren alle liebevollen und gutmütigen Wesen einfach nur naiv und dumm. Sie standen in der Rangordnung ganz unten, fast schon auf der Stufe von Tieren. Und auch mit den Tieren ging man brutal, geringschätzig und ausbeuterisch um. Auf der Erde war das nicht anders. Die Gutmütigen verstanden nach Meinung der Herzlosen einfach nicht, wie man Macht und Geld ansammelt um in dieser künstlichen geschaffenen Matrix unweigerlich Erfolg zu haben. Das Überleben des Stärkeren, das hat sie fasziniert. Die anderen wurden selbstverständlich versklavt und benutzt. Sie hatten es nicht anders verdient! Und was sie selbst eher nur halbbewusst ahnten, war, dass die andern eigentlich viel machtvoller wären als sie, denn man erschafft nur mit dem Herzen. Weil sie ihr Herz verdorren ließen, brauchten sie die Lebenskraft anderer! Diesen Zusammenhang sollten ihr Sklaven, die seelenvollen Wesen, auch nie entdecken, sonst wäre ihr Spiel ja ganz schnell aus. Und das zumindest ist doch jetzt schon eine gute Nachricht in diesem Buch, und wir kommen selbstverständlich in allen Details genau darauf zu sprechen. Gutmütig und liebevoll sein, kreativ und friedlich sein - das hing mit der Lebenskraft und der Durchsetzungskraft eines Wesens für seine Absichten und Ziele zusammen. Solche Wesen konnten ihr Herz sogar für einen freien Durchfluss der Quelle ganz öffnen und danach passierten wie selbstverständlich Spontanheilungen und Wunder! Und die gab es auch immer wieder.

 

 

Die Spei-isgewinnung funktionierte am besten mit einer pyramidal durchorganisierten Gesellschaft, wo die Lebenskraft von unten nach oben gescheffelt wurde. Es ist das Prinzip einer Pyramide, dass die Kraft von der Basis gesammelt und in der Spitze konzentriert wird. Ursprünglich hatten die Drachen dieses Prinzip entdeckt und angewendet in ihrer Kommunikation mit anderen Planeten, sie bauten Pyramiden auf all ihren Planeten, um sich gegenseitig Signale zu senden. Aber im übertragenden, organisatorischen Sinne funktionierte es eben auch. An der Spitze wurde die ganze Kraft in einem vereint, um als ein gewaltig mächtiger Herrscher zu regieren. Jede pyramidale Struktur tut das, sie transportiert Energie an die Spitze und bündelt sie dort. Und es wundert nicht, wenn die an der Spitze dann auch unvorstellbar reich werden, denn Geld folgt der Energie, nicht umgekehrt. Deshalb sind Pyramiden so beliebt bei Drachen mit verdorrtem Herzen. So wurden ganze Imperien erschaffen, auf jedem Planeten wurde so die Herrschaft von Vertretern gebündelt. An der Basis standen die Wesen, die ihr Herzblut (ihre Lebenskraft) sprichwörtlich nach oben an ihre Pyramidenspitze abgaben, ohne mit entscheiden zu können, was der da oben mit ihrer Kraft anstellt.

 

 

Das war in der Drachengesellschaft selbst auch so, denn dieses Prinzip praktizierten die herrschende Drachendynastie schon sehr lange. Die Drachen da unten an der Basis hatten kaum Kraft und nichts zu sagen. Der Drache an der Spitze forderte als absoluter Herrscher sogar eine quasi göttliche Verehrung, und das war ja auch eine der beliebtesten Methoden, um Lebenskraft von anderen Wesen einzusammeln. Alle Strukturen, Organisationen und Unternehmen mit pyramidalem Aufbau tun das noch heute. Sie scheffeln die Schöpferkraft nach oben an die Spitze der Pyramide und die ganz unten gehen relativ leer aus. Du kannst das mit dem Schneeballprinzip gut vergleichen. Die Leser kennen sicher noch diese Geldgeschenke-Kettenbriefe. Nur dass es sich hier um feste, stabile Strukturen handelt und nicht um eine Welle, die sich wie ein Schneeball ausläuft, sobald der letzte Dödel gemerkt hat, dass den letzten die Hunde beißen, und das auch nur, wenn kein weiterer Hund mehr in Sicht ist. Wesen an der Basis einer pyramidalen Struktur können gerade so davon leben und haben auch keine Ahnung, was mit ihrer Kraft passiert. Sie dürfen auch nicht besser leben, sonst hätten sie freie Zeit und könnten die dafür nutzen, dazu zu lernen, dahinter zu kommen, was da läuft, und ihre Kraft fortan nur noch für sich selbst und gute Zwecke einzusetzen.

 

 

Die Versklavung von intelligentem Leben hatte also bei den Drachen schon eine lange Tradition und war für die Macht der herrschenden Drachenfamilie ein entscheidender Durchsetzungsfaktor. Das galt auch für die Herrschaft über die Völker der Erde. Überall, wo sich größere Staaten bildeten, waren Drachen beteiligt. Sie waren die Stifter von Hochkulturen, sie gaben einen Anschub mit Wissen, Strukturen und Macht (zu ihren eigenen Gunsten!). Sobald sie aufhörten sich zu kümmern, verwässerte das Wissen wieder und ging verloren. Entropie setzte ein, sobald sie das Herrschaftsding fertig hingestellt hatten. Daran siehst du, dass selbst heutige Wissenschaftler noch mit den Maßstäben der Drachen urteilen: Eine Staatsstruktur nennen sie dann eine Hochkultur, wenn sie viele Menschen pyramidal ordnete und daraus mächtige, protzige Bauwerke entstanden, die sichtbar blieben. Sie gingen sogar so weit, anzunehmen, dass diese Zusammenballung von Macht und das Bedürfnis so ein Gebilde zu organisieren, erst die Intelligenz stimulierte und Zivilisation entwickelte. Nach allem, was mir meine Drachen erzählten, gehe ich aber eher davon aus, dass sich die einzelnen Stämme nicht gerne und freiwillig 'ansammeln' und ordnen ließen und ob wir uns wirklich 'hoch' entwickelt haben oder eher 'weg' von der Erde, der Natur und der Menschlichkeit, darüber sollten wir neu nachdenken.

 

 

Je mehr Macht auf ein einziges Individuum vereint werden konnte, umso leichter ließen sich die Emotionen sammeln, umso effektiver konnte die Schöpferkraft der Ausgebeuteten eingesammelt und genutzt werden. Am Ende dieser Anstrengung stand die Vereinigung der gesamten Zivilisation eines Planeten unter einer globalen Diktatur. Das war das oberste Ziel, dem widmeten sich Generationen von Drachenfamilien mit Hingabe und natürlich mit der Kreativität ihrer Kreaturen. Sie brauchten dazu doch nur die neuen Ideen ihrer Sklaven zu nehmen und sie zu verdrehen. Sie hatten nur noch selten eigene neue Ideen, denn Inspiration strömt aus dem Herzen, aber das brauchten sie auch nicht. Sie mussten nur immer den Druck erhöhen und die versklavten Kreaturen produzierten selbst immer noch besserer Ideen zu ihrer Unterdrückung. So sind die neuen Medien und das Internet und die großen multinationalen Konzerne aus der kreativen Kompetenz ihrer Kreaturen entstanden, die aber dann immer weiter korumpiert wurden, bis sie der Matrix direkt eingegliedert werden konnten. Anfangs standen da unabhängige herzvolle Kreative für eine wunderbare Idee, doch am Ende wurde das ganze Unternehmen vereinnahmt. Spätestens wenn das Ding so groß geworden war, dass es eine Kapitalspritze brauchte, war die Matrix zur Stelle und fraß dieses künstliche neue Gebilde auf. Es assimilierte die Ideen, die Technik und die Beschäftigten. Jeder Künstler, der in der Lage war, große Verehrung durch viele Fans auszulösen, wurde zu einem Objekt der Begierde für die Matrix. Die wenigsten konnten sich der Eingliederung in die Matrix widersetzen. Sie wurden gebraucht für die Unterhaltung, eine Form der Brot und Spiele des späten zwanzigsten Jahrhunderts, einer alten und bewährten Strategie, mit der bereits die Römer ihre Herrschaft aufrecht hielten.

 

 

Bald kam man auf die Idee, diese intelligenten Sklaven auch auf anderen Planeten auszusiedeln um den Einflussbereich weiter auszudehnen. Mit der dämonischen Wolke im Hintergrund fühlten sie sich außerdem immer mehr gedrängt, Technik zu erfinden, um ihre intelligenten Spielzeuge, wie sie selbst ihre Sklaven sahen, aufzubessern und zu komplementieren. Erst wurde Technik in sie eingesetzt, um nicht mehr funktionierende Organe zu ersetzen (Herzschrittmacher! Kniegelenke!), doch mit der Zeit kam man auf noch viel bessere Ideen. Man konnte sie chippen und damit jeden Schritt überwachen, man hatte sie dann noch viel besser unter Kontrolle. Als nächstes steuerte man aktiv über diesen Chip alle Lebensfunktionen und konnte mit einem Knopfdruck einfach alle Sklaven abschalten, falls sie ihnen doch noch auf die Schliche kämen und Widerstand aufflammen würde. Die Sklaven wurde natürlich selbst mit der Entwicklung dieser Technik beauftragt und erledigten das auch immer besser, sie gingen immer kreativer damit um.

 

 

Kreativität ist Bestandteil der göttlichen Lebenskraft, das heißt, die Fähigkeit, kreativ etwas Neues zu erfinden, war natürlich in der Drachenzivilisation mittlerweile verkümmert. Und bei der dämonischen Amöbenwolke war sie noch nie vorhanden gewesen. Und dann folgte eine Idee der anderen: Warum einen Menschen als Kämpfer für einen Krieg an einer Waffe ausbilden, das war doch viel zu mühsam, ein einfacher Chipdownload müsste doch genügen und der Kerl besäße das ganze Programm sofort! Und dann konnte man die Maschinenpistole oder den Laser doch auch gleich als einen künstlichen Arm implantieren! Oder direkt eine Bombe in der Bauch einpflanzen, die dann mittels Chip gezündet wurde. Und so zog immer mehr Technik und künstliche Intelligenz ein in die Körper der versklavten Rassen. Es funktionierte auch immer besser!

 

 

Terror, ekelhafte Krankheiten ohne Heilungschancen, Naturkatastrophen und Kriege mussten sein, die waren systemimmanent, um immer noch mehr Emotionen bei den versklavten Rassen zu generieren. Die Drachen entwickelten und verfeinerten ihre Methoden ständig weiter. Bald reichte es, die Sklaven vor Bildschirme zu setzen, um diese so geliebten Emotionen zu erzeugen. Doch es mussten auf einem Planeten immer auch gleichzeitig ein paar echte Kriege und Folterungen stattfinden, sonst waren die Unterhaltungsmedien nicht glaubhaft genug, um mit solchen Szenarien auch diejenigen Menschen emotional zu bewegen, die gar nicht dabei waren. Je mehr Angst und Nervenkitzel erzeugt werden konnte, umso mehr Spei-is. Mit der Zeit mussten sie zu immer noch stärkeren Inszenierungen greifen, denn es gab da auch einen Gewöhnungseffekt. Und so kam es, dass sie schließlich all ihre Sklavenrassen zu einer Mischung aus Technik und Mensch entwickelt hatten: Die Borg waren entstanden.

 

 

Was die Vorfahren meiner Drachen nicht verstanden, war, dass alle diese erzeugten Mischwesen nun auch immer weniger von dieser Lebenskraft enthielten um ihre dämonische Wolke zu sättigen! Die degenerierten technisch-menschlichen Borg-Mischwesen konnten kaum noch Emotionen erzeugen! Doch die Drachen standen ja unter Vertrag. Was tun? Und so wandten sie sich der Drachengesellschaft selbst zu. Mit den Drachen an der Basis fing man an, sie wurden als erstes assimiliert. Es dauerte dann nicht lange, und die Amöbe hatte auch die Drachenzivilisation ganz verschlungen! Ihre eigenen Borg hatten sie selbst am Ende auch assimiliert, einschließlich der gesamten Herrscherfamilie! Die Riesenamöbe hatte sich nun endlich selbst auch erfolgreich in dieser Realität verkörpert als zentrales Bewusstsein hinter den Borg. Sie wandte sich neuen Planeten zu, denn die Planeten der Drachensippe hatte es längst alle schon ausgelutscht.

 

 

Nur wenige Drachen konnten sich vor der Assimilation retten. Es waren vor allem die seelenvollen Drachen, die sich vorher schon vor dem Regime verstecken mussten, die also längst halb oder ganz im Verborgenen lebten. Auf dem Heimatplaneten der Drachen waren schon ganz lange nicht mehr alle dieser reptiloiden Wesen mit dem einverstanden, was ihre Artgenossen da trieben. Der Druck auf die Drachen ganz unten war immer größer geworden, die Eskapaden der Truppe an der Spitze trieb solche Auswüchse, es war kaum noch auszuhalten, Willkür und Grausamkeiten überall, auch untereinander. Diese gefühlvollen, seelenvollen Drachen lebten zum Teil schon seit Generationen versteckt im Untergrund. Manche waren auch erst vor kurzem ausgestoßen oder verfolgt worden, weil sie sich dagegen aufgelehnt hatten. Irgendwann haben diese wenigen Drachen es jedenfalls geschafft sich zu finden, zu treffen und heimlich eine Widerstandsgruppe zu bilden. Und sie begannen, ihre Kräfte zu bündeln und ihr Wissen zu teilen. Es blieb ihnen eigentlich auch keine andere Wahl, als ganz intensiv daran zu forschen, wie diese Tyrannei zu beenden sei.

 

 

Schon viele Jahrtausende vor der Technisierung der Sklavenrassen, als alle noch viel lebendiger waren und viel mehr fühlen konnten, hatte einer der Söhne aus dieser Herrscherdynastie selbst eine Fehlfunktion des Herzens, so sahen das jedenfalls die anderen, aber sie blieb dem Tyrannen-Vater lange verborgen. Als dieser Sohn sein Reich übernahm und das erste Mal inspizierte, hatte er plötzlich Mitgefühl mit dem Leid der Wesen, die er versklaven sollte um ihrer Lebenskraft willen. Er erkannte, dass alles, was diesen Wesen vermittelt wurde, nur dazu da war, sie daran zu hindern, ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen, zu aktivieren und anzuwenden. Sie wurden künstlich dumm gehalten. In ihrer Genetik hatte man auch Eingriffe vorgenommen, um ihre Lebensspanne so kurz zu halten, dass ihnen kaum Zeit blieb, herauszufinden, was da mit ihnen gespielt wurde.

 

 

Diesem Sohn war also aus Versehen etwas passiert, was in der Drachengesellschaft nicht gerne gesehen wurde: Sein Herz hatte sich vollständig geöffnet und er hatte Mitgefühl! Diese Fehlfunktion gab es immer mal bei Drachen. Manche Drachen wurden sogar schon mit offenem Herz geboren. Das wurde als eine psychische Krankheit und genetische Schwäche betrachtet. Die Gesellschaft der Drachen war so eingerichtet, dass diese mitfühlenden Individuen dann so abgeschoben wurden, dass sie für die anderen unschädlich blieben, dass sie also keine anderen anstecken konnten. Diese Drachen wurden geächtet und abhängig gehalten oder auf die spirituelle Suche geschickt, denn selbstverständlich wussten auch die seelenvollen Drachen von einer Erfahrung der Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung zu berichten, einer Gotteserfahrung, diese Wahrnehmung ist nicht auf Menschen beschränkt. Alles, was ein Bewusstsein hat, weiß um seinen Ursprung. Man hielt diese erkrankten Drachen jedoch normalerweise so beschäftigt, dass sie nicht auf die Idee kamen, den anderen Drachen wirklich dazwischen zu funken. Ja, sie sollten nicht einmal wissen, dass sie das könnten.

 

 

Zurück zu dem Sohn des Tyrannen, der plötzlich merkte, dass er gerade auch von dieser unerklärlichen Krankheit befallen worden war, die seine Ausstoßung aus der Gesellschaft zur Folge haben musste. Er hielt sie deshalb so lange wie möglich geheim. Er konnte die Herzöffnung auch nicht mehr ungeschehen machen und er wollte das auch gar nicht, aber wie sollte er nun mit seinem Mitgefühl umgehen? Und er beschloss, alles zu tun, um diese armen versklavten Wesen und die Planeten selbst – wenigstens seine Planeten - von diesem Horror zu befreien und die natürliche Weiterentwicklung dieser Wesen zu fördern und ihnen damit Frieden zu bringen. So kam es, dass auch in den versklavten Rassen bald eine Freiheitsbewegung unterwegs war, die sich im Geheimen traf und Pläne schmiedete.

 

 

Er erkannte, dass alles, was diesen Wesen von den Drachen vermittelt wurde, nur dazu da war, sie daran zu hindern, ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen, zu aktivieren und anzuwenden. Die Drachen hatten ein perfektes Bewusstseinsgefängnis entwickelt, und das hielten sie durch Bewusstseinskontrolle aufrecht. Dennoch war es möglich, aus der Matrix auszusteigen und sich an dieser kontrollierten Realität vorbei eine ganz andere zu erschaffen, und genau darauf kommen wir noch. Meine Drachen hätten mir niemals so viel von sich erzählt, wenn sie nicht auch schon gewusst hätten, wie wir uns selbst helfen könnten. Sie wollten mir ja keine Angst einjagen, deshalb ließen sie sich auch immer Zeit, bis ich mit meinem Verständnis nachkam. Und ich musste so manche Kröte schlucken! Unsere Gespräche selbst verliefen immer inspirierend, ermunternd, liebevoll und sehr lehrreich. Ehrlich gesagt, hätte ich auch sonst nicht mit ihnen geredet. Ich hielt es schon sehr lange mit der ganz hellen Eiscreme! Es war sogar so einfach, aus ihrer Matrix auszusteigen, dass die mächtigen Drachen da oben an der Spitze ganz gewaltige Angst davor hatten, und sich immer noch bessere Ideenverdrehungen und neuere Konflikte ausdenken mussten, um der Entwicklung des Bewusstseins der einfachen Drachen und der ganzen Sklavenrassen doch noch einen Schritt zuvor zu kommen.

 

 

Da der Drachensohn des Tyrannen genau verstand, dass eine offene Rebellion nichts bringen würde, weil damit nur noch mehr Spei-is in Form von Leid, Horror und Dramen erzeugt werden würde, tat er so, als wäre er noch ganz der Alte und regierte seine Welt lange Zeit unbemerkt. Er begann jedoch heimlich, auf seinen Planeten nach Wesen Ausschau zu halten, die mit soviel Herz geboren waren, dass sie von sich aus auf die Suche gingen, um nicht nur sich selbst sondern auch ihre ganze Zivilisation vom Leid zu befreien. Das war ihm sowieso vom Vater als Job aufgetragen worden, denn diese Wesen mussten möglichst früh erkannt, beobachtet und in Systeme eingespeist werden, die sie mit Ordensregeln und Geschichten und Bedeutungen so beschäftigt hielten, dass sie garantiert in diesem Leben nicht aufwachen würden. Er tat also nach außen nur den ihm aufgetragenen Job. Hin und wieder jedoch, und da, wo er die Aussicht sah, dass dieses Wesen noch in der gleichen Inkarnation aufwachen konnte oder in wenigen zusätzlichen anderen Leben, begann er ein ganz anderes Training: Das echte Meistertraining zum Aufwachen in das volle schöpferische Potential, so nannte er sein Training. Er lehrte und zeigte seinen Schülern alles, was er mittlerweile darüber herausgefunden hatte, wie sie sich und andere aus dieser Lage befreien konnten. Die ausgesuchten Kandidatinnen und Kandidaten mussten sich dabei all ihren Ängsten stellen und den Ballast der Matrix, der zäh und klebrig an ihnen hing, vollständig los werden. Er nannte seine Truppe die 'Aufgestiegenen Meister'. Meister, weil sie die dortige Planeten-Realität und ihr ganzes Potential gemeistert hatten und 'aufgestiegen', weil ihre Aufnahmeprüfung darin bestand ihren Körper mitzunehmen und sichtbar aus der dortigen Realität auszusteigen und in eine höhere, liebevollere Dimension zu wechseln, was oft einem hinweg Schweben oder Verblassen gleich kam, wenn das jemand beobachtet hatte. Jeder dieser ersten Aufgestiegenen Meister begann nun seinerseits, Schüler in seiner eigenen Rasse auszubilden und widmete sich diesen und ihrem Aufwachen aus der Matrix sorgsam und unermüdlich in vielen Leben.

 

 

Solche Verbindungen bewahren ihre Kraft über eine ganze Kette von Inkarnationen, daher wurden Anwärter in jeder weiteren Inkarnation immer deutlicher dazu getrieben, nicht eher zu ruhen, bis sie ihren Meister wiedergefunden hatten, um dann dort weiterzumachen in der Ausbildung, wo sie durch den Tod im anderen Leben unterbrochen wurden. Je weiter die Ausbildung bei einem Meisterschüler fortgeschritten war, umso dringlicher wurde in seinem Leben die Suche nach der inneren Quelle und das Wiederfinden des alten Meisters. Während all dies parallel zu der Entwicklung der Rassen im Einzugsgebiet der Drachen hin zu den Borg lief, schritt die Zeit voran und alle Versuche, die versklavten Wesen auf den Planeten zu erreichen, hatten nicht zu deren Befreiung geführt. Spätestens nach der dritten Generation waren die Lehren ihrer entsandten Meister völlig verdreht und in die Matrix eingebaut worden.

 

 

Nun springen wir in diese Zukunft zurück, wo die erschaffenen Borg-Sklaven nicht mehr ausreichten, um den Hunger nach Emotionen in der dämonischen Wolke zu nähren und die Wolke nun begann, ihre Helfershelfer selbst zu verschlingen und auch die Drachen in die Matrix einzugliedern, denn eigentlich hatte diese Wolke sich nun ja über die Technik und mit den einverleibten lebendigen, durch die Matrix kontrollierten Wesen eine eigene materielle Verkörperung erschaffen, ein Riesenorganismus, mit dem sie durch dieses Universum ziehen konnte. Sie hatte sich also sehr erfolgreich ihren Umgebungsbedingungen angepasst.

 

 

Die anderen Amöben hatten damit weniger Erfolg. Siewaren im Einzugsgebiet der Wohlmeinenden unterwegs gewesen und die erfanden nun ein Lotsensystem, das den Amöben vorgaukelte, vor ihnen läge ein niedrig schwingender Planet, aber in Wirklichkeit lockte man sie nur zu einem Riss in der Nähe und durch ihn hindurch. Für die wohlmeinenden Zivilisationen war auch die Amöbe eine zu achtende Lebensform, deshalb kam ein anderer Umgang mit ihr nicht in Frage. Alle anderen Amöben waren also längst in ihre alte Realität zurückgekehrt und der Riss wurde verschlossen.

 

 

Ein weitere Gruppe von weisen, alten Drachen wollte bald keine technischen 'Verbesserungen' mehr an lebendigen Wesen und auch keine Tierversuche mehr dulden, weder an Tieren noch an seelenvollen Wesen, weder auf ihrem eigenen Planeten noch auf anderen. Sie hatten gelernt, ihr Herz immer noch weiter zu öffnen und immer mit der Quelle verbunden zu bleiben, und das trotz dieser Gewalt in ihrer Gesellschaft. Sie lebten am Rande der Gesellschaft, aber sie waren noch mit deren Technik ausgestattet. Sie brachten die modernste Technik in die Freiheitsbewegung ein. Schließlich hatten alle Rebellen-Gruppen ihre Kräfte vereint und gebündelt, um daran zu forschen, was man tun könne. Und sie hatten viel Zeit dazu, ein Drache lebt 3000 bis 5000 Jahre. Sie erkannten nicht nur, dass die Borg gerade ihre ganze eigene Kultur zu verschlingen drohten, nein, sie war drauf und dran, ihre eigene Gattung ganz auszulöschen. Es bestand sogar die Gefahr, dass die Borg das ganze Universum assimilieren könnten, es würde dann irgendwann implodieren.

 

 

Lange dachten sie nach, was sie tun könnten. Schließlich entschieden sie sich, in der Zeit zurückzugehen und nach dem Ort und der Zeit zu suchen, wo ihre Tyrannei irgendwann in den Nebeln der Vergangenheit ihren Anfang nahm. Wo hatte das mit der dämonischen Wolke begonnen, die später alles verschlang? Denn natürlich wollten sie auch ihre eigene Rasse retten. Alle sollten sich weiterentwickeln dürfen, auch die Drachen. Bei ihren Zeitreisen stießen sie auf die anderen Widerstandsgruppen und vereinten mit ihnen ihr Wissen und ihre Anstrengung. Sie entdeckten, dass alles mit der Versklavung der heutigen Menschheit begann! Die Borg nahmen ihren Anfang auf der heutigen Erde! Und diese Bewusstseins-Rebellen gingen in der Zeit zurück, um die Weichen neu zu stellen und eine bessere Zukunft zu erschaffen. Dabei wollten sie nicht nur die Menschheit befreien, sondern vor allem ihre eigene zukünftige Zivilisation vor dieser Amöbe schützen und und dem schlechten Management der Drachenherrscher befreien. Der Sohn des Tyrannen brachte durch seine Erfahrung und seine vorherige Aufgabe als Statthalter des Imperator-Vaters die idealen Voraussetzungen mit, der Bewegung neuen Schwung und Zuversicht zu geben, und das nicht nur, weil die Erde in seinem ursprünglichen Herrschaftsgebiet lag.

 

 

Sie vereinigten ihre Bemühungen also und konzentrierten sich auf die Erde. Sie gingen noch ein paar Jahrtausende zurück und entsandten alle paar Jahrhunderte einen einzelnen bewussten Meister / Propheten / Weisen, um das menschliche Bewusstsein zu impfen und die Menschen zu befreien. Sie taten das immer wieder, es gab zum Beispiel unzählige Buddha-Varianten, also immer noch wirksamere Leben und Lehren. Doch obwohl die meisterliche Upgrades die Vorherigen an Qualifikation weit übertrafen, hatten die Macher der Matrix spätestens in der dritten Generation wieder alles im Griff und die befreienden Botschaften zu Gunsten der Matrix verdreht. Es wurden Erklärungen und Verdrehungen ergänzt, bis die ursprüngliche Botschaft darunter vollkommen verschwand.

 

 

Die Rebellen analysierten die Situation auf der Erde und kamen zu dem Ergebnis: Sie mussten noch einen Schritt weiter zurück gehen, wenn sie den Anfang suchten. Wann kippte das Bewusstsein zugunsten Ausbeutung? Alles begann damit, dass man Tiere in Gefangenschaft hielt und sie über den eigenen Bedarf hinaus "produzierte". Ohne Mitgefühl zu einer Ware degradiert, wurden diese Tiere an die eigenen Bedürfnisse angepasst, erst durch Zucht und Auslese und später direkt als genetische Ingenieure! Als ihre Drachen-Vorfahren im Herzen so abgestumpft waren, dass sie sogar regelrecht Spaß an der Jagd auf fühlende Kreaturen fanden, um sich selbst einen Nervenkitzel zu vermitteln, eine innere Erregung, zu der sie ansonsten nicht mehr fähig waren, begann ihre Entwicklung Richtung Abgrund. Bald jagten sie nämlich nicht mehr aus Hunger oder mit Respekt und im Einklang mit der Natur und dankbar für diese Hilfe. Sie töteten Tiere nicht mehr, um sie zu essen, sondern ausschließlich wegen der emotionalen Intensität der Erfahrung. Sie nährten sich von der Lebenskraft dieser getöteten Tiere! Und sie machten auch vor den Menschen nicht halt. Denn bald wussten sie genau, mit welchen Ritualen sie diese Lebenskraft direkt aus dem Blut gewinnen konnten, schon lange bevor sie ihre Methoden mit der Matrix verfeinert hatten! Geschlachtete Tiere und Menschen, daran und an allem fließenden Blut berauschten sie sich! Dieser Hormoncocktail hielt sie jung und frisch. Junges, jungfräuliches Blut von unschuldigen Kindern gab den größten Kick. Selbst ihre willigen Sklavenoberaufseher und Priester der anderen Rassen tranken das Blut ihrer frisch geschlachteten Opfer, um es ihren Göttern gleich zu tun.

 

 

Nun weißt du, woher die Überlieferungen kommen, dass Drachen auf Gold und Edelsteine und auf Jungfrauen aus sind! Dieses Wissen ist mündlich überliefert worden. Deshalb gaben die Drachen, die sich als Götter verehren ließen, auch den versklavten Völkern gleichzeitig die Anweisung, niemals selbst das Blut ihrer Tiere zu verzehren. Man musste verhindern, dass einfache Menschen den Zusammenhang zwischen Blutritualen und Lebenskraft entdeckten, sie hätten sich sonst befreien können. In ihren eigenen Ritualen spielte Blut allerdings die zentrale Rolle. Die Matrixmacher brachten den Blutsbezug verschleiert in fast jeder Weltreligion unter. Blut musste in die Rituale hinein, um die Lebenskraft der Menschen durch Verehrung maximal abzuschöpfen und an die Richtigen umzuleiten. Sonst hätten ihre Schäfchen womöglich stattdessen noch die echte Quelle / den echten Gott angebetet und wären aus der Matrix aufgewacht.

 

 

Jesus selbst hat zum Beispiel nie davon gesprochen, dass er verzehrt und sein Blut getrunken werden sollte. Das klingt doch eher wie Kannibalismus, oder? Doch im Abendmahl macht man noch heute genau das: 'Dieser Wein ist das Blut Christi, trinke ihn. Diese Oblate ist der Körper Christi. Es ist ein heiliges Ritual.' - Hallo, geht`s noch! Wenn das eine kleine neue Sekte machen würde, käme der Sektenbeauftragte der christlichen Großkirchen nicht sofort in die Medien und würde vor den satanischen Ritualen dieser Sekte warnen?

 

 

Doch zurück zur Geschichte. Der Sohn des Tyrannen hatte heimlich schon viele Meister mit dem Ziel der Befreiung der gesamten Menschheit aus der Matrix trainiert, als ihm der Vater auf die Schliche kam. Natürlich wurde er sofort seines Amtes enthoben und ein anderer aus der Familie eingesetzt. Sein Tyrannenvater und dieser neue Herrscher konnten ihn selbst und seine Schar Aufgestiegener Meister nicht belangen, denn die Aufgestiegenen Meister waren vor allem aus der Matrix ausgestiegene Meister. Doch alle anderen sollten durch Angst gehindert werden, es ihnen gleich zu tun.

 

Selbst wenn der Tyrann den Namen seines Sohnes offen benutzt hätte, um in seinen verdrehten Geschichten den Menschen Furcht vor ihm einzujagen, hätte er der Bewegung der Freiheit noch Kraft gegeben, so stark war die Kraft eines Aufgestiegenen Meisters! So entschied der Tyrann sich, wenigstens die Buchstaben zu verdrehen und vor seinem Sohn als Inbegriff des Bösen zu warnen. Bedrohung und Angstmacherei waren die Basis seiner Herrschaft. Nun hängte er seinem Sohn all das Böse und Gemeine an, was er selbst beging.

 

 

Und der neue Herrscher trieb es noch viel bunter: Alle Mächtigen dieser Welt mussten wie er bereit sein, Blut fließen zu lassen. An den Qualen fühlender Wesen geilte sich der Tyrann so auf, dass er in orgiastische Räusche fiel, das war die einzige Möglichkeit, mit seiner Gefühlskälte noch intensiv zu fühlen.

 

 

Nun weißt du, warum auch die mächtigen Strohfiguren dieser Welt nicht daran vorbei kommen, Kinder zu missbrauchen und Horror zu verbreiten. Pädophilie, Tier- und Menschenopferung - egal, ob in Kriegen, Terroranschlägen oder in Ritualen zelebriert - ist systemimmanent für die Unterdrückung einer Sklavenrasse! Es ist kein Ausrutscher von einzelnen Individuen! Es ist die Grundlage für Herrschaft. Willkür und Horror lassen ein Wesen, das sein Herz zu einer Rosine verschrumpeln ließ, und ganz gleich, ob Drache oder Mensch, die Führungsleiter erklimmen und halten es an der Spitze. Wer nicht mitmacht, schafft es niemals an die Spitze! Und wenn die Genetik nicht noch mehr Brutalität und eiskaltes Kalkül vorgibt, endet die Karriere abrupt irgendwo in der Mitte. Die Gefühle und Gedanken der Opfer von Missbrauch sind das reinstes Spei-is für den Orgasmus von Rosinenherzen. Sie brauchen den auf sie gerichteten Horror um sich aufzugeilen, sie hätten sonst nicht einmal die Kraft für einen winzig kleinen Pieps-Orgasmus. Und die unsichtbare Macht der Matrix, die dahinter steht, braucht dieses Spei-is auch, denn es nährt die dämonischen Kräfte dahinter. Mache dir bitte endlich klar: Die Mächtigen sind süchtig nach dem Leid von Millionen! Egal, über welche pyramidale Struktur sich die Matrix gerade ausgedrückt, ob politisch, wirtschaftlich, kulturell oder religiös: Sie will immer nur das Eine: Die Sucht dieses Herrschers und seines ganzen Trosses zu befriedigen und den Hunger der dämonischen Kräfte dahinter stillen.

 

 

Aber wir sind von der eigentlichen Drachenstory etwas abgekommen. Da gab es also einerseits die Rebellen, die in der Zeit zurück gingen um dort direkt Impulse zu setzen oder Inkarnationen aus zu sähen und anderseits die Matrixmacher, die ihre Matrix dem sich verändernden Bewusstsein ihrer Sklaven immer besser anpassten. Sie versuchten, immer einen Schritt voraus zu sein und die Menschen abzulenken von ihrer inneren Suche oder ihnen eigene "Meister" anzubieten. Alles, was die Rebellen einbrachten, konnte die Matrix scheinbar noch besser. Die echten ließen sich von den falschen Meistern dennoch immer ganz klar unterscheiden: Ging es um Macht über andere, Verehrung des zentralen Meisters und um ein geschlossenes pyramidales System, so arbeitete dieser Meister für die Matrix, um als Wolf im Schafspelz die Schafe zusammenzuhalten als deren guter Hirte. Ging es um die Selbstständigkeit der Schüler und um die Freiheit im Denken und wurde keine Verehrung geduldet, war es ein echter Meister. Ein echter aufgestiegener Meister befreit seine Schüler nämlich immer wieder aus der Abhängigkeit von sich selbst. Er kann gar nicht anders.

 

 

Nun müssen wir auf die Erschaffung des Menschen noch einmal zurück kommen. Das Leben auf der Erde wurde nach Auskunft meiner Drachen fortwährend neu ausgesät, stimuliert und in seiner Entwicklung gefördert, alle Pflanzen, Tiere und auch der Mensch. Leben entstand nicht einfach so. Die Evolution wäre aus sich selbst heraus niemals so schnell vorangekommen. Es waren die wohlmeinenden Wesen dieses Universums und aus höheren Dimensionen, die sich von Anfang an um die Evolution des Lebens auf der Erde kümmerten, und ihnen gehörte die Erde auch ursprünglich. Diese Wesen lieben es, ihre Quelle/Gott darin zu unterstützen, immer neue Erfahrungen zu machen und dazu gehörte es, Leben aus zu säen. Meine Drachen behaupten, dass es seit drei Millionen Jahren Menschen auf der Erde gibt, zumindest eine Vorstufe des heutigen Menschen, unsere Spezies wurde langsam und behutsam vorwärts entwickelt. Diese Menschen waren noch nicht so ausgeprägt intelligent, konnten dafür aber intuitiv fast noch spontan erschaffen, So Sachen wie Löffel biegen oder Dinge schweben lassen waren für sie selbstverständlich, denn die wohlmeinenden ETs hatten ihre eigenen Gene eingekreuzt, um selbst in die Körper der Urmenschen inkarnieren zu können.

 

 

Mit der Übernahme des Planeten durch die Drachen wurde das nun schnell anders. Vor allem für ihre Goldminen in Afrika brauchten die Drachen Sklaven, die intelligent genug waren, diese Arbeiten auch unter Anweisung zu verrichten. Und von Evolution abwarten und nur schonend eingreifen hielten sie ja nun gar nichts! Dass sie hervorragende Gentechniker waren, hatte ich bereits erwähnt. Nun wirst du dir schon zwei und zwei zusammen zählen können: Die Drachengenetiker haben das genetische Material eines bereits vorhandenen Menschen genommen und die männliche Variante davon abgewandelt. Sie haben so tatsächlich Adam erschaffen. Und das geschah auch erst vor wenigen tausend Jahren, da haben die bibelfesten Christen tatsächlich recht, diese Adam-Schöpfung zumindest ist nicht älter, sagen meine Drachen. Doch die Menschen an sich wurden so nicht erschaffen, sie entstanden durch die normale, geförderte Evolution auf der Erde und waren schon sehr lange vor Adam da. Dann stellte sich heraus; dass der Prototyp namens 'Adam' leider nicht kompatibel war mit den Frauen der Erde! Deren Gene setzten sich immer durch und der genetische Adam verschwand spätestens in der dritten Generation wieder ganz. Die Drachen mussten eine Menge Aufwand betreiben, die Gene der existierenden Menschen waren einfach viel zu stark, was sich in der Bibel symbolisch mit der Geschichte von Lilith niederschlug.

 

 

Man experimentierte weiter und entwickelte dem Adam schließlich eine weniger dominante Frau. Das genetische Material für die Kompatibilität nahm man aus Adams Rippe. Aber das komplette sonstige Genom natürlich von den robusten Frauen der Erde. Der Plan sah vor, dass sich dieser neue Menschentyp immer weiter vermischen und ausbreiten und nach und nach die starken Gene der anderen Menschen überschreiben sollte. Dafür wurde das Genmaterial, das ursprünglich von den wohlmeinenden 'Göttern' eingebracht wurde - so nennt die Bibel die andere ETs - durcheinander gebracht und ausgeschaltet. Man musste es aber in der Vererbung drin lassen, sonst hätte der Rest auch nicht funktioniert. Und ein wenig intelligenter mussten die Menschen unbedingt werden. Doch im Abschalten und Durcheinanderbringen waren diese Gentechniker auch wirklich gut, auf allen Ebenen, das war dann gar kein Problem.

 

 

Ein genetisches Zuchtprogramm brauchte auch viel kürzere Lebensspannen, je kürzer, desto schneller verlief die Züchtung in die gewünschte Richtung. Deshalb musste das lange Leben der ursprünglichen Menschen abgeschaltet werden und das tat man, indem man ein einziges für die Herstellung des Enzyms Telomerase zuständige Gen schon gleich nach der Geburt abschaltete und so eine tickende Uhr erschuf, die viel schneller ablief. Vielleicht wurde dieses Gen bei so berühmten Langlebigen wie Methusalem oder Noah einfach nicht abgeschaltet, sozusagen als Gendefekt. In der Lebenszeitverkürzung wurden die Drachengenetiker immer besser, selbst ohne Krankheiten, Kriege und Katastrophen. Erreichten die biblischen Stammvätern noch locker ihre achthundert oder sechshundert Jahre, konnte man die Zeitspanne für den Ablauf der Lebensuhr schließlich auf unter Hundert Jahre drücken. Welch ein erfolgreiches Zuchtprogramm!

 

 

Diese genialen Techniker entwickelten außerdem ein Master-Gen. Es war der Schlüssel dafür, das volle schöpferische Potential zumindest in den Kandidaten aufzuschließen, die ihnen genehm waren, die also stellvertretend für sie Herrschaft ausüben sollten. Von denen war man sich ja auch ziemlich sicher, dass sie kein Interesse haben würden, ihr Herz zu öffnen, es bestand also keine Gefahr, dass sie sich und andere befreien würden. Einmal aktiviert, begann dieses Master-Gen, die sogenannte Junk-DNA anzusteuern und neu zu ordnen. Diese Aktivierung erschloss das volle intellektuelle Potential zum Herrschen, denn man wählte natürlich selektiv diejenigen aus, die besonders brav und folgsam waren und buchstäblich aufs Wort hörten. Denen gaben man den Schlüssel. Als ihre Statthalter auf Erden.

 

Ende der Leseprobe, 60 von 181 Seiten